
Foto: Hoyer / Shop-IQ
Der Hersteller „Shop-IQ“ treibt die Digitalisierung am Point of Sale voran und hat Electronic Shelf Labels (ESLs) sowie digitale Displays an 14 Stationen von „Hoyer“ ausgerollt. Die Lösung steht exemplarisch für den wachsenden Einsatz vernetzter Preis- und Kommunikationssysteme im Tankstellenshop – ein Trend, den auch andere Unternehmen aufgreifen und ihre ESL-Technologien aktuell verstärkt präsentieren.
Dieser Beitrag „Preise mit einem Klick aktualisieren“ ist am 15. Mai 2026 in der Juni-Ausgabe des „tankstelle“-Magazins erschienen.
Das Mineralölunternehmen „Hoyer“ betreibt 60 Tankstellen mit Shops. In einem groß angelegten Projekt werden Prozessoptimierung und Standardisierung von Abläufen und Systemen umgesetzt. Seit September 2024 ist der Digitalisierungsspezialist „Shop-IQ“ damit betraut, die Shops sukzessive mit digitalen Preisschildern, auch Electronic Shelf Labels (ESL) genannt, und Displays auszustatten. Bislang wurden in 14 Stationen 3.000 ESLs und 41 über die Web-App gesteuerte Displays installiert. Bis zum Jahresende sollen in allen 60 Shops ESLs installiert sein.
Anbindung ans Kassensystem
Thomas Hermsdorf, der als Bezirksleiter Tankstelle bei „Hoyer“ für Prozessoptimierung und Standardisierung verantwortlich ist, ist von der Technologie überzeugt. Die Web-App des Moduls „Price Label“ von „Shop-IQ“ ist über ein Gateway an das Kassensystem von „Madic Deutschland“, ehemals „Ratio Elektronic“, angebunden. „Bei der Anbindung hat ‚Shop-IQ‘ viel Support geleistet“, berichtet Thomas Hermsdorf.
Mit der webbasierten Anwendung können die Preise in Echtzeit zentral für alle Stationen oder für einzelne Stationen automatisch aktualisiert werden. Damit können regionale und standortspezifische Preisänderungen sowie Aktionen an definierten Wochentagen, Zeitfenstern oder zum Ladenschluss mit geringem Aufwand umgesetzt werden.

Foto: Hoyer / Shop-IQ

Foto: Hoyer / Shop-IQ
Thomas Hermsdorf beziffert die Zeitersparnis pro Station und Preisanpassung auf bis zu 60 Minuten. Zuvor mussten die Preisschilder vor Ort ausgedruckt, ausgeschnitten und in die Regalschienen geklemmt werden. Die einfache Bedienung und die Zeitersparnis schaffen eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitenden.
Hochwertige Optik
An den Stationen von „Hoyer“ sind im Durchschnitt 500 ESLs installiert. In den Kühlschränken kommen 1,6-Zoll-ESLs zum Einsatz, an den Regalen 2,2- beziehungsweise 2,9-Zoll-ESLs. Die elektronischen Preisschilder von „Shop-IQ“ basieren auf der EPD-Technologie (Electronic Paper Display).

Der schwarze Rahmen schafft in Kombination mit der kontraststarken Anzeige eine hochwertige Optik – auch bei Lichteinwirkung. Die ESLs können in die gängigen Regalsysteme eingeschoben, rückwärtig befestigt oder auf einen Halter aufgesteckt werden. Die elektronischen Preisschilder haben eine Batterielaufzeit von etwa zehn Betriebsjahren.

Foto: Messe Düsseldorf/Tillmann
Deutlich größer sind die installierten Displays. Neben den kompakten 13-Zoll-Thekendisplays werden vor allem wand- und deckenhängende 43- und 50-Zoll-Displays genutzt. Damit wurden die zuvor installierten Leucht-Dias ersetzt. Die Inhalte werden zentral vom Marketing mit dem Modul „Marketing“ erstellt und mit der Web-App gesteuert. Bei „Hoyer“ ist man zufrieden: „Die Bewerbung der Produkte auf den Displays unterstützt den Verkauf messbar“, berichtet Thomas Hermsdorf.
Vernetzte Preise in Echtzeit

Electronic Shelf Labels (ESLs) entwickeln sich zunehmend zum zentralen Baustein im digitalen Tankstellenshop. Durch die Integration in Plattformen wie beispielsweise „Siqma Nova.Hos“ des Herstellers „Scheidt & Bachmann“ und die Kombination mit Lösungen wie „Newton ESL“ von „Solum“ und cloudbasierten Software-as-a-Service-Systemen (Softwarelösungen, die über das Internet bereitgestellt werden) lassen sich Preise, Promotionen und Produktdaten zentral steuern und in Echtzeit auf die Fläche bringen. Für Betreiber bedeutet das: weniger manueller Aufwand, höhere Preissicherheit und konsistente Informationen über alle Standorte hinweg. Offene API-Strukturen ermöglichen zudem die Anbindung an bestehende ERP- und Forecourt-Systeme. Perspektivisch entstehen so vernetzte Ökosysteme, in denen sich In-Store- und Forecourt-Prozesse nahtlos verbinden lassen – ein wichtiger Schritt hin zu datengetriebenen und effizient gesteuerten Tankstellenbetrieben.
Digitale Preisschilder von „Vusion“

Elektronische Preisschilder von „Vusion“ vernetzen Regale, Produkte und Preise in Echtzeit über eine Cloud-Plattform und sorgen für Preis-Konsistenz mit der Kasse. Die Systeme sind Teil einer umfassenden vernetzten Filialtechnologie und ermöglichen neben automatisierten Preisupdates auch datenbasierte Prozesse im Markt. Digitale Schienen mit integrierter Energieversorgung und Sensorik erfassen Warenbewegungen, erkennen Leerstände und unterstützen die automatische Nachfüllung. Kamerabasierte Lösungen prüfen Regalbestände sowie die Einhaltung der Regalvorgaben der Hersteller. Ergänzt wird dies durch Funktionen wie dynamische Preissteuerung, Promotion-Ausspielung direkt am Regal sowie die Analyse von Kundenverhalten: Verweildauer oder Standard- und Impulskäufe für gezielte Verkaufsimpulse.
Text: Lisa Levy, Tabea Schmelz, Volker Simon


