Agravis – Interview: Thomas Erkert über den Preisvorteil zum Diesel

Thomas Erkert, Geschäftsführer der „Agravis Raiffeisen Tankstellen GmbH“, an dem neuen Bio-CNG-Tankpunkt für Lkw am Industrieweg in Münster.
Foto: „Agravis Raiffeisen AG“

Thomas Erkert, Geschäftsführer der „Agravis Raiffeisen Tankstellen GmbH“, im Interview über den Preisvorteil zum Diesel: „Bio-CNG bietet spürbare Entlastung pro Kilometer.“

Herr Erkert, viele Transportunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe stehen aktuell unter hohem Kostendruck. Welche Rolle spielen alternative Kraftstoffe dabei?
Thomas Erkert: „Ganz konkret geht es heute darum, wirtschaftlich zu fahren und zugleich Klimaziele zu erreichen. Alternative Kraftstoffe wie Bio-CNG und Bio-LNG aus regional produziertem Biomethan bieten genau diese Kombination: Sie senken die CO₂-Emissionen deutlich und sind aktuell auch preislich klar im Vorteil gegenüber fossilem Diesel.“

Worin liegt der aktuelle Kostenvorteil von Bio-CNG und Bio-LNG gegenüber Diesel?
Erkert: „Bio-CNG und Bio-LNG sind in der Gesamtbetrachtung günstiger, weil mehrere Faktoren zusammenkommen. Zum einen profitieren diese Kraftstoffe von den gesetzlichen Vorgaben zur Treibhausgasminderung im Verkehr, z.B. werden sie nicht mit einer CO₂-Abgabe belegt. Zum anderen sind sie weniger stark von den Schwankungen der internationalen Energiemärkte abhängig. Wir erleben ja gerade durch den Irankrieg eine der schwersten Energiekrisen der Geschichte. Die Kraftstoffpreise sind durch die Decke gegangen. Die von der Bundesregierung angekündigte temporäre Senkung der Energiesteuer greift erst in einigen Wochen. Und selbst wenn diese Entlastung in Kraft tritt, bleibt der deutliche Preisvorteil bestehen. Für viele Anwender bedeutet das: kalkulierbarere Kosten und eine spürbare Entlastung pro Kilometer.“

Für wen lohnt sich der Umstieg besonders?
Erkert: „Vor allem für Betriebe mit planbaren Fahrprofilen – also Speditionen, kommunale Flotten, Entsorgungsunternehmen oder landwirtschaftliche Betriebe mit eigenem Fuhrpark. Je höher die jährliche Laufleistung, desto schneller macht sich der Preisvorteil bemerkbar.“

Neben den Kosten spielt die Klimabilanz eine immer größere Rolle. Wie schneiden Bio-CNG und Bio-LNG hier ab?
Erkert: „Sehr gut. Beide Kraftstoffe werden regional und dezentral aus biogenen Reststoffen gewonnen, zum Beispiel aus Gülle oder Bioabfällen. Dadurch lassen sich – je nach Herstellungsweg – bis zu nahezu 100 Prozent der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Diesel einsparen. Das ist ein starkes Argument, auch mit Blick auf zukünftige regulatorische Anforderungen.“

Viele Unternehmen zögern noch wegen der Infrastruktur. Ist diese Sorge berechtigt?
Erkert: „Die Infrastruktur wächst kontinuierlich. Gerade im Norden und Westen Deutschlands gibt es inzwischen ein gut ausgebautes Netz an CNG- und LNG-Tankstellen. Als ‚Agravis‘ investieren wir gezielt in den Ausbau eigener Standorte und achten darauf, unsere Kunden praxisnah zu unterstützen.“

Wie sehen Sie die Zukunft alternativer Kraftstoffe im Schwerlastverkehr?
Erkert: „Bio-CNG und Bio-LNG sind keine Übergangslösung, sondern ein wichtiger Baustein der Verkehrswende – sofort verfügbar und wirtschaftlich attraktiv. Sie ermöglichen es Unternehmen, Verantwortung zu übernehmen, ohne auf Effizienz zu verzichten. Das ist aus unserer Sicht der entscheidende Punkt.“

Kürzlich nahm die „Agravis Raiffeisen AG“ an ihrer „Raiffeisen“-Tankstelle am Industrieweg in Münster einen Bio-CNG-Tankpunkt speziell für Lkw und Nutzfahrzeuge in Betrieb. Den Beitrag dazu lesen Sie hier.

www.agravis.de

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