
Foto: Christian Wimmer/Mobil in Deutschland e.V.
An der Münchner BK-Tankstelle in der Baaderstraße 6 hat der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, am 5. Mai sein Dienstfahrzeug mit dem erneuerbaren Dieselkraftstoff HVO100 betankt. Das symbolträchtige Betankungsevent organisierte die bundesweite Kampagne „HVO100 goes Germany“ gemeinsam mit ihrem Partner „BK Benzin-Kontor“.
Die Tankstelle in der Baaderstraße war vor rund zwei Jahren die erste Station in München, die HVO100 ins Sortiment aufgenommen hat (wir berichteten). Der Kraftstoff wird ausschließlich aus nachhaltigen Rohstoffen wie Altspeiseölen und Fettresten hergestellt und kann die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Diesel um bis zu 90 Prozent reduzieren. Zudem fallen weniger Ruß sowie geringere Stickoxid- und Feinstaubemissionen an – ein Vorteil, der besonders in dicht besiedelten Städten ins Gewicht fällt.
BK-Vorstand Philipp Arner hob die Produktvorteile hervor: „Zwei Punkte: Zum einen haben wir den besseren Kraftstoff – er verbrennt sauberer, mit weniger Rußbildung. Zum anderen ist HVO100 für die Anrechenbarkeit in CSR-Berichten relevant.“
Praxistauglich ist der Kraftstoff zudem, weil er vollständig mit B7-Diesel mischbar ist und in gängigen Dieselmotoren ohne technische Anpassungen eingesetzt werden kann.
Politisches Signal aus Bayern
Dr. Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs „Mobil in Deutschland e.V.“ und Initiator der Kampagne „HVO100 goes Germany“, ordnete den Termin politisch ein: „Dass Staatsminister Hubert Aiwanger sein Dienstfahrzeug mit HVO100 betankt, unterstreicht die Bedeutung dieses Kraftstoffs für eine technologieoffene Mobilität und für mehr Klimaschutz im Verkehrssektor. Damit geht er mit gutem Beispiel voran und es bleibt zu hoffen, dass weitere Mitglieder der bayerischen Staatsregierung diesem Beispiel folgen.“
Aiwanger machte während des Events deutlich, dass Bayern die Entwicklung alternativer Kraftstoffe weiter vorantreiben wolle – von Bio-Methan über Biogas bis hin zu erneuerbaren Kraftstoffen wie HVO100. Mit Blick auf das EU-weite Verbrennerverbot erklärte er: „Wenn wir mit einem 100 Prozent neutralen Kraftstoff fahren können, gibt es keine Begründung mehr für das Verbot des Verbrenners.“
Marktentwicklung und Preisdiskussion
Seit der bundesweiten Zulassung im Mai 2024 hat sich HVO100 schnell etabliert. Mittlerweile bieten über 600 Tankstellen in Deutschland den erneuerbaren Dieselkraftstoff an. Auch BK hat sein Netz konsequent ausgebaut, wie Arner berichtete: „Wir würden sogar mehr unterbringen. Je mehr Angebot wir schaffen, desto besser wird auch der Markthochlauf in der Produktion. Das ist ein Thema, das gemeinsam wächst. Wir haben damals mit einer Tankstelle angefangen, waren schnell bei fünf und sind heute bereits bei 18.“
Auch der Preis von HVO100 war Thema. BK bietet den Kraftstoff inzwischen an mehreren Standorten zum gleichen Preis wie herkömmlichen Diesel B7 an. Aiwanger sprach sich angesichts der aktuell hohen Kraftstoffpreise zudem für steuerliche Entlastungen aus. Die CO₂-Abgabe sei „unbedingt abzuschaffen, besonders in Zeiten hoher Spritpreise“, so der Staatsminister. Er kritisierte zudem, dass auf diese Abgabe zusätzlich Mehrwertsteuer erhoben werde.







