
Foto: Westfalen AG
Am 7. Juli 2026 fand die Jahrespressekonferenz der „Westfalen AG“ im Rahmen einer Online-Veranstaltung statt. Zum einen ließ das Unternehmen das vergangene Geschäftsjahr Revue passieren, zum anderen stellte es die strategische Ausrichtung in der Zukunft vor.
Die „Westfalen AG“ hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Investitionen um rund 30 Prozent auf mehr als 90 Millionen Euro erhöht. Ein wachsender Teil der Mittel fließt nach Angaben des Unternehmens in Produktions- und Logistikstandorte außerhalb Deutschlands. Als Gründe nennt der Vorstand hohe Energiekosten, regulatorische Komplexität und fehlende Planbarkeit – zum Teil aufgrund von volatilen Bewegungen in der Politik – am Standort Deutschland.
Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Perkmann sagte bei der Vorstellung der Geschäftszahlen: „Europa ist für uns die Antwort auf die schwächelnde Wirtschaftslage in unserem Kernmarkt Deutschland.“

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Das Unternehmen wolle sich breiter aufstellen und seine Wettbewerbsfähigkeit sichern. Um den Transport von flüssigem Gas optimal zu gewährleisten, begründet Perkmann, müsse die Geographie bestmöglich abgedeckt sein. Daher sollen zukünftig neue Standorte unter anderem in Frankreich, Österreich, Belgien und der Schweiz entstehen. Das Ziel sei es, die Produktionskapazitäten im Kerngeschäft Industriegase auszubauen, die Liefersicherheit zu erhöhen und die Abhängigkeit vom deutschen Markt zu reduzieren.
Im Hinblick auf klimaneutrale Technologien und Kraftstoffe unterstreicht Perkmann zudem in der Konferenz: „Die letzten Jahre waren vollkommen im Zeichen der Transformation.“ 2021 setzte sich das Unternehmen das Ziel, in den darauffolgenden fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in die grüne Transformation zu investieren. Dieses Zeil sei zwar noch nicht vollständig erreicht, aber man bleibe positiv, so der Vorstandsvorsitzende.
Tankstellennetz im Umbau
Mit rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz sei die Mobilität das größte Geschäftsfeld, so Perkmann. „Westfalen“ betreibt rund 260 Tankstellen, überwiegend in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Bestehende Stationen werden schrittweise zu Mobility Hubs weiterentwickelt. Im Fokus stehen dabei ein ausgebautes Shop-Geschäft, zusätzliche Dienstleistungen und alternative Antriebsenergien. Mehr als 30 Tankstellen seien bereits nach diesem Konzept umgebaut worden.

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Parallel baut „Westfalen“ die eigene Schnellladeinfrastruktur aus: „Im Bereich Pkw geht der Trend eindeutig Richtung E-Mobilität. Deshalb haben wir angefangen, all unsere Tankstellen, die über den nötigen Platz sowie die entsprechenden Anschlussbedingungen verfügen, konsequent mit Schnellladepunkten auszustatten“, erklärt Perkmann. „Westfalen“ sehe in der Elektromobilität die Zukunft, heißt es in der Konferenz. Derzeit befinden sich über 120 Schnellladepunkte im eigenen Netz. Bis zum Jahresende sollen es rund 150 werden. Außerdem soll in Kürze auch der erste Ladestandort für Lkw in Steinfurt in Betrieb gehen – weitere Standorte seien bereits in Planung.
Umsatz bei 2,2 Milliarden Euro
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sieht sich die „Westfalen AG“ wirtschaftlich stabil aufgestellt. Der Umsatz lag 2025 bei 2,2 Milliarden Euro, das EBIT bei 95 Millionen Euro – laut Perkmann stammen bereits heute rund 50 Prozent des EBITs aus dem nicht-fossilen Bereich. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem deutlichen Umsatzanstieg und einem leicht höheren Gewinn.

Foto: Westfalen AG / Christian Wyrwa
Auch die Dekarbonisierung soll weitergeführt werden. Seit 2019 habe das Unternehmen seine eigenen CO₂-Emissionen in Scope 1 und 2 um 72 Prozent reduziert.
„Und noch relevanter für die Transformation ist Scope 3. Hier waren wir in der Lage vom Basisjahr 2019 unsere CO₂-Emissionen um 16 Prozent zu reduzieren. Und wir sind zuversichtlich, dass wir die 20 Prozent bis 2030 schaffen werden, die wir uns strategisch vorgenommen haben“, betont Perkmann in der Jahrespressekonferenz.
Bis 2030 strebt „Westfalen“ Netto-Null bei den eigenen Emissionen an. Seit 2024 umfasst das Portfolio zudem „Bio-LPG“, bei dem Kunden zwischen unterschiedlichen Anteilen an Bio-Gas wählen können.


