
Vom 15. bis 17. September ist die Weltleitmesse der Tabakbranche zum 46. Mal in Dortmund zu Gast. Mit vielen innovativen Produkten, spannenden Themen und neuem Termin. Die „InterTabac“ startet nicht mehr am Donnerstag, sondern erstmals am Dienstag.
Dieser Beitrag „InterTabac – immer am Puls der Zeit“ ist am 16. August 2026 in der September-Ausgabe des „tankstelle“-Magazins erschienen.
800 Aussteller aus rund 70 Ländern. 14.500 Besucher. Elf Hallen, voll belegt. Jede Menge innovative Produkte. Zahlreiche hochkarätige Events. Fachgespräche auf hohem Niveau. Und ein vielfältiges Rahmenprogramm. Das sind die
Zahlen und Fakten, mit denen die „InterTabac“ im vergangenen Jahr ihre herausragende Stellung erneut untermauert hat. Als Weltleitmesse der Tabakbranche, die immer vielfältiger wird. Kein Wunder, dass es reichlich Lob gab. Beispiele gefällig? Bitteschön: „Auch 2025 war Dortmund wieder der place to be“, sagt Steffen Kahnt, Geschäftsführer des „Bundesverbands des Tabakwaren Einzelhandels“. „Ein herzliches Dankeschön an das unschlagbare Messe-Team, das immer am Puls der Zeit bleibt und die ,InterTabac‘ zum ultimativen Treffpunkt der globalen Nikotin-Branche gemacht hat.“ Und nebenbei zur größten Messe der Ruhr-Metropole. Logisch, solche Komplimente gehen Sabine Loos runter wie Öl. „Auch die Zahlen von 2025“ , sagt die Hauptgeschäftsführerin der „Westfalenhallen Unternehmensgruppe“, „können uns natürlich nur zufriedenstellen.“
Die Messe entwickelt sich weiter
Daran dürfte sich auch bei der 46. Auflage der „InterTabac“ nichts ändern. Schließlich hatten schon im Vorjahr knapp 90 Prozent der Messeteilnehmer angekündigt, 2026 wieder dabei zu sein. Trotzdem hält sich Loos noch zurück. „Um Aussagen über Ausstellerzahlen zu machen, ist es momentan zu früh“, sagte sie Anfang Juli der „tankstelle“. „Auf jeden Fall freuen wir uns, dass sich die ,InterTabac‘ als wichtiger Branchen Treffpunkt etabliert hat – auf nationaler wie internationaler Ebene.“ Das sei keine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger ist der Messe-Chefin, „dass wir uns gerade in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen.“ Auch das sei ein Grund für die Attraktivität der „InterTabac“, die es seit 1978 gibt. „Damit das so bleibt, haben wir die Messe immer weiterentwickelt, durch neue Events, Formate und Inhalte sowie eine Erweiterung des Programms.“

Das Eingehen auf die Bedürfnisse der Unternehmen hält Loos für einen weiteren zentralen Erfolgsfaktor. Des halb habe man auch jetzt dem Wunsch aus der Branche nach mehr Werktagen im Messeprogramm entsprochen. In diesem Jahr findet die „InterTabac“ Dienstag bis Donnerstag statt. Zuvor wurde sie von Donnerstag bis Samstag veranstaltet. „Diese Entscheidung haben wir in Absprache mit dem Messebeirat, den Partnerunternehmen sowie ausstellenden Unternehmen getroffen.“ Bodo Mehrlein, Geschäftsführer des „Bundesverbands der Zigarrenindustrie“, ist „sehr gespannt, wie sich die neue Abfolge der Tage auswirken wird“. Dasselbe gilt für „InterTabac“-Stammgast „Landewyck“. Der Hersteller von Tabakprodukten und E-Zigaretten erwartet an seinem neuen vergrößerten Stand „noch mehr hochwertige Begegnungen und einen intensiven Austausch mit unserer Zielgruppe aus dem Fachhandel“. Auch Sabine Loos ist optimistisch, zumal die Änderung des Termins günstigere Flug- und Reiseverbindungen ermögliche.
Branche unter Druck
Der Messe-Leiterin sind jedoch auch die Sorgen und Nöte der Unternehmen bewusst, die Tabakprodukte herstellen und damit handeln. „In ohnehin wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wird die Branche aktuell wieder mit zahlreichen regulatorischen Hürden konfrontiert.“ Loos glaubt, dass gerade in solch dynamischen Phasen eine Plattform wie die ,InterTabac‘ gebraucht werde, „um die Branche zu vereinen, zu stärken und die Weichen für die Zukunft zu stellen“. Ein wichtiges Thema wird sicher auch das drohende Verbot von 13 Aromen im Segment E-Zigaretten sein. Davor warnt Horst Winkler nachdrücklich. „Dies würde den legalen Markt massiv schädigen und hätte spürbare Folgen für Industrie und Verbraucher“, sagt der Pressesprecher des „Verbands des eZigarettenhandels“. Das heißt nicht, dass die Branche jegliche Regulierung generell ablehnt. Praxistaugliche und risikodifferenzierte regulatorische Rahmenbedingungen befürwortet sie sogar ausdrücklich. „Dies würde erwachsenen Rauchern den Zugang zu Produkten ermöglichen, die ihnen beim Umstieg auf schadstoffreduzierte Alternativen helfen könnten“, sagt eine Sprecherin von „Philip Morris Germany“ (PMG). PMG will auf der Messe drei neue Produkte aus drei verschiedenen Kategorien präsentieren. Potenziell jugendaffine, vor allem übermäßig süße Geschmacksrichtungen sollten hingegen einer besonders strengen Prüfung unterzogen werden, um eine Nutzung durch Minderjährige zu verhindern. „Für uns ist der Jugendschutz die zentrale Herausforderung“, betont PMG und verweist auf die „riesige Flut an illegalen Vapes, die inzwischen rund die Hälfte des deutschen Marktes ausmacht“. Dahinter stecke die organisierte Kriminalität. „Sie respektiert weder Jugendschutz noch Vorgaben zu Inhaltsstoffen oder Grenzwerten.“
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Interview: Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der „Westfalenhallen Unternehmensgruppe“
Die Tabakbranche wird immer vielfältiger. Was heißt das für die „InterTabac“ und für das klassische Segment?

Sabine Loos: Klassische Tabakprodukte haben den Grundstein der „InterTabac“ gelegt. Sie prägen nach wie vor sowohl das Produktangebot als auch das Rahmenprogramm der Messe. Dazu gehören natürlich Zigaretten, deren Vielfalt Besucher schwerpunktmäßig in Halle 5 und Teilen der Hallen 4 und 7 entdecken können. Bei „Landewyck“, „Philip Morris“, „von Eicken“ und vielen anderen namhaften Herstellern. Zu den Klassikern gehört auch die Zigarre, die seit jeher zu den stärksten Kern-Segmenten der Messe gehört. Deutlich wird das an den internationalen Top-Ausstellern, darunter auch die Hersteller „Villiger Söhne“ und „August Schuster“ sowie der Großhändler „GRE Trade“, die aus Deutschland kommen und in den Hallen 4 und 7 anzutreffen sind. Das Thema Zigarre spielt aber auch im Rahmenprogramm eine starke Rolle – mit interaktiven Workshops sowie informativen Panels und Keynotes von Branchen-Insidern.
Dennoch kritisieren einige Unternehmen aus der Zigarrenbranche, dass sich der Charakter der Messe verändert habe. Was sagen Sie dazu?
Loos: Wenn sich die „InterTabac“ in mehr als 40 Jahren nicht verändert hätte, wäre das ein schlechtes Zeichen – für die Messe wie für die Tabakindustrie. Wir bewegen uns in einer sehr dynamischen und innovativen Branche, die sich in den letzten Jahren stark diversifiziert hat, zum Beispiel durch sich ändernde Konsumgewohnheiten und ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein. Aus diesem Grund ist die Themenwelt der „InterTabac“ immer größer geworden. Als Leitmesse ist es unsere Aufgabe, die gesamte Branche abzubilden. Dennoch sind Zigarren von Beginn an immer das Kern-Segment unserer Messe geblieben. Die Bedürfnisse dieser Branche haben für uns nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert. Zudem entwickeln wir uns in diesem Segment immer weiter – mit zusätzlichen Event-Formaten wie dem „Cigar Culture Summit“ und internationalen Workshops, aber auch in neuen Partnerschaften wie zum Beispiel mit der „European Cigar Manufacturers Association“.
Im vergangenen Jahr umfasste die Messe mit „Nubiz“ erstmals einen neuen Themenbereich. Was steckt dahinter?
Loos: Die Marke „Nubiz“ ist ein Teil unserer Strategie, die wachsende Bedeutung von Next Generation Product abzubilden und gleichzeitig den wichtigen Kernbereich der „InterTabac – das klassische Tabak-Segment – stärker zu positionieren. Bei der kommenden Messe werden die „Nubiz“-Flächen erstmals deutlich sichtbar sein. Das hilft, die verschiedenen Zielgruppen – von Herstellern bis Händlern – noch gezielter anzusprechen und ihnen zusätzliche Orientierung zu bieten.
Welche Highlights setzten Sie beim Veranstaltungsprogramm, und welche Events sind für Tankstellenunternehmer besonders interessant?
Loos: Jedes Jahr ist es uns wichtig, gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden die Themen abzudecken, die die Branche bewegen und in Zukunft prägen werden. Dabei ist es unser Ziel, alle Zielgruppen zu erreichen. Für Tankstellenunternehmer und Händler sind beispielswese Programmpunkte zum Thema Regulierung sehr wichtig. Interessant sind für sie aber auch Beiträge von „Euromonitor“ zu Trends in der Nikotin- und Tabakbranche oder von der „European Confederation of Tobacco Retailers“. Ich empfehle Ihren Lesern, regelmäßig einen Blick auf unsere Webseite zu werden. Dort wird unser Programm ständig aktualisiert.
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Zwischen Steuer und Markt

Ein weiteres Thema, das die Branche umtreibt, ist die geplante Steuererhöhung für Tabakprodukte. „Solche Belastungen bergen erhebliche Risiken“, sagt die PMG-Sprecherin. Das zeige sich in Frankreich. Die starke Steuererhöhung in unserem Nachbarland habe zu einem massiven Anstieg des Schwarzmarkts geführt. „Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG stammen dort 40 Prozent der Zigaretten aus illegalen Quellen.“ Auch in Deutschland sei der Schwarzhandel mit Tabakprodukten ein Problem. Deshalb appelliert die Branche an die deutsche Regierung und die EU, in Sachen Besteuerung und Regulierung mit Augenmaß vorzugehen. Sowohl im konventionellen Segment als auch in der Kategorie neuartiger Erzeugnisse. Bei Tabak-Sticks sieht PMG zudem auf nationaler Ebene „Nachjustierungsbedarf, weil die im europäischen Vergleich hohe Steuerbelastung Ausweichkäufe und illegale Vertriebswege begünstigt“. Auch das De-facto-Verbot von tabakfreien Nikotinbeuteln kritisiert das Unternehmen. „Dadurch hat sich in Deutschland ein ausgeprägter Grau- und Schwarzmarkt entwickelt.“ Eine ziemlich paradoxe Situation, weil Pouches in 20 von 27 EU-Staaten legal erhältlich sind.
Mit der „PouchXchange“ am ersten Messeabend widmet die „InterTabac“ diesem Segment sogar ein spezielles Event. „Unsere Aussteller und Fachbesucher kommen aus der ganzen Welt, wo sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen herrschen“, sagt Loos. „Vor diesem Hintergrund verstehen wir es als unsere Aufgabe, Entwicklungen und Trends abzubilden, die international von Bedeutung sind.“ Gerade in einer global vernetzten Branche sei es für Unternehmen und Händler wichtig, andere Märkte kennenzulernen und mit erfahrenen Experten in Dialog zu treten. Interessant ist die „PouchXchange“ zudem, weil die Branche auf eine Freigabe von tabakfreien Nikotinbeuteln in Deutschland hofft. Neben dem Bereich der neuartigen Erzeugnisse, aus dem im vergangenen Jahr 300 von 800 Ausstellern kamen, sind selbstverständlich auch klassische Tabakwaren wie Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Feinschnitt auf der Messe erneut stark vertreten. Mit vielen neuen Produkten aus sämtlichen Kategorien sowie einem breiten Rahmenprogramm mit interessanten Themen. Auch für Tankstellenunternehmer. Also, save the date: vom 15. bis 17. September 2026.
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Vorfreude, Erwartungen, Probleme

Die „InterTabac“ ist für uns jedes Jahr die wichtigste internationale Plattform, um mit unseren Handelspartnern und Branchen-Experten ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns über eine größere Standfläche, die mehr Platz für persönliche Begegnungen und einen intensiven Austausch bietet. Wir präsentieren unser gesamtes Marken-Portfolio, darunter auch unsere Super-Slim-Marke „Mademoiselle“. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Bereich der Next Generation Product und der Marke „RELX“, die seit diesem Jahr deutschlandweit im Handel erhältlich ist.
– Kathrin Lämmle, Media Coordination, „Landewyck“

Grundsätzlich erwarten wir, dass sich der Trend der Messe fortsetzt. Damit meinen wir insbesondere die zunehmende Bedeutung der Next Generation Products. Für uns wird sich der Auftritt nicht unerheblich verändern. Wir gestalten ihn nicht mehr unter dem Hauptfokus Verkauf, sondern werden als Hersteller und Importeur hochwertiger Zigarren und Zigarillos auftreten. Diese versuchen wir in einem hart umkämpften Markt erfolgreich zu platzieren. Wichtig ist uns, die „InterTabac“ trotz der massiven Veränderungen weiterhin als wichtige Plattform zu nutzen.
– Fabian Steffen, Product Manager Global, „Villiger Söhne“

Wir sehen uns einem zunehmend feindseligen regulatorischen Umfeld in Deutschland gegenüber. Mit der EU-Tabaksteuerrichtlinie TED, der Tabakproduktrichtlinie TPD3, massiven Steuererhöhungen und drohendem Plain Packaging wird unser Geschäft massiv bedroht. Wir können in Dortmund zeigen, wie man tatsächlich Risiken minimiert, dabei Arbeitsplätze erhält und Staatseinnahmen sichert. Diesem Dialog stellen wir uns mit Freude und setzen auf Transparenz und Innovation. Gemeinsam können wir viel erreichen.
– Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer, „Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse“

Für die mittelständischen Unternehmen der Zigarrenindustrie stellt die Messe eine ideale Plattform dar, das Genuss- und Kulturgut Zigarre und Zigarillo zu präsentieren und neue Produkte vorzustellen. Als Verband begleiten wir die ständig neuen Regulierungsvorschläge für Tabakprodukte. Aktuell ist es das Thema Tabaksteuer in Deutschland und die EU-Tabaksteuerrichtlinie TED. Auch die Überarbeitung der TPD3, der Tabakproduktrichtlinie, wirft ihre ersten Schatten voraus. Mit einem Vorschlag der Legislative ist Ende 2026 zu rechnen.
– Bodo Mehrlein, Geschäftsführer, „Bundesverband der Zigarrenindustrie“
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Text: Gerhard Hörner


