
Foto: Domino’s; Lex
Ein Novum in der deutschen Tankstellenlandschaft: Die Tankstelle Lex in Hesepe hat es nach intensiver Verhandlungsarbeit geschafft, eine „Domino’s“-Filiale in den eigenen Standort zu integrieren. „Die aktuellen Entwicklungen in der Tankstellenbranche stellen mich vor große Herausforderungen“, sagt Inhaber Thomas Lex der „tankstelle“ mit Blick auf den Rückgang der Kraftstoffabsätze durch den Einsatz von Fahrzeuggen mit alternativen Energien und das veränderte Kaufverhalten der Kunden. „Deshalb stelle ich mir täglich die Frage: Wie kann ich die Kunden motivieren, meine Tankstelle auch ohne Tankstopp aufzusuchen? Grundsätzlich haben wir ja schon ein großes Angebot an Fastfood durch unser eigenes Burger- und Imbisskonzept.“
Auch das Angebot von qualitativ hochwertigem Kaffee von „Cup & Cino“ locke die Kunden täglich in den Shop. Nun wollte der Unternehmer noch das Thema Pizza professionell umzusetzen – nach Möglichkeit mit einer bekannten Marke. „Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass viele Convenience-Ketten mit namhaften Anbietern wie ‚Papa Johns‘ zusammenarbeiten“, erzählt Lex. „Ich habe mich dazu entschlossen, ‚Domino’s‘ anzusprechen, da ‚Domino’s‘ in Deutschland einfach bekannter und das Konzept schlüssig ist.“
Der Weg dorthin war jedoch anspruchsvoll. Die Integration eines international etablierten Franchise-Systems bringt klare Anforderungen, standardisierte Prozesse und hohe Qualitätsvorgaben mit sich. Von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung verging einige Zeit – ein Prozess, der neben Investitionen auch Durchhaltevermögen erforderte.
„Die ersten Gespräche begannen vor circa eineinhalb Jahren. Die Eröffnung ist für Anfang Juli geplant. Zu Anfang der Gespräche musste erst einmal geklärt werden, ob ein „Domino’s“-Store auf kleinster Fläche umgesetzt werden kann“, so der Tankstellenbetreiber. „Für „Domino’s“ ist es der erste Store, der sich an ein bestehendes Convenience-Konzept integriert, also ein Pilot“, erklärt Thomas Lex. „In Zusammenarbeit mit der Firma Stracke sind wir dann in die Planung gegangen und als feststand, dass die Möglichkeit besteht, ging der normale Bewerbungsprozess los. Hier mussten diverse Unterlagen eingereicht werden und die finanziellen Verhältnisse offengelegt werden.“ Anschließend gab es noch Gespräche in Hamburg mit den Fachabteilungen für das Franchise.
Erweiterung der Lieferzeiten
Mit der Eröffnung geht Lex nun noch einen Schritt weiter: Neben dem klassischen Vor-Ort-Geschäft baut der Standort sein Liefer-Konzept aus und passt es an die „Domino’s“-Lieferzeiten an.
Damit entsteht ein hybrides Modell, das über die reine Gastronomie hinausgeht. Die Tankstelle entwickelt sich zum Nahversorger mit erweitertem Serviceversprechen – ein Ansatz, der insbesondere in ländlicheren Regionen wie Hesepe bei Bramsche eine ganz neue Relevanz entfalten kann.

Foto: Lex


Foto: Lex


Text: Lisa Levy


