MvaK – Flächendeckende Einführung von B10-Diesel gefordert

Foto: MvaK/iStock.com/simpson33; mit Gemini KI-bearbeitet

Der „Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe e. V.“ („MVaK“) fordert die Bundesregierung auf, die Einführung von B10-Diesel in Deutschland konsequent voranzutreiben. Durch die Anhebung des Biodieselanteils im Dieselkraftstoff von bislang maximal sieben Prozent (B7) auf bis zu zehn Prozent (B10) könnten Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor unmittelbar gesenkt, die Abhängigkeit von fossilem Diesel reduziert und die heimische Wertschöpfung gestärkt werden.

Viele Fahrzeuge sind bereits für die Nutzung von B10 freigegeben. Im Pkw-Bereich können unter anderem Modelle von „Mercedes-Benz“, BMW, „Opel“ sowie „Peugeot“ und „Citroën“ mit B10 betankt werden. Informationen zur jeweiligen Freigabe finden sich in der Regel im Bordbuch oder an der Tankklappe.

Für Fahrzeuge des „Volkswagen“-Konzerns und der „Ford AG“ liegen bislang jedoch keine umfassenden B10-Freigaben vor. Aus Sicht des „MVaK“ bremst dies die breitere Einführung des Kraftstoffs in Deutschland.

B10 als europäischer Standarddiesel

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III der Europäischen Union aus dem Jahr 2023 sieht vor, den zulässigen Höchstanteil biobasierter Komponenten im Diesel von sieben auf zehn Prozent anzuheben. B10 soll damit perspektivisch zum Standarddiesel an europäischen Tankstellen werden.

Detlef Evers, Geschäftsführer, Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe e.V. (MVaK).
Foto: Die Hoffotografen GmbH

„Die Harmonisierung des Dieselangebots innerhalb der EU hin zu einem B10-Angebot an allen Tankstellen ist eine wichtige Maßnahme, um die europäische Energiesicherheit zu verbessern“, erklärt Detlef Evers, Geschäftsführer des „MVaK“.

Mehrere EU-Mitgliedsstaaten haben höhere Biodieselbeimischungen bereits umgesetzt oder planen diese konkret. B10 und Kraftstoffe mit noch höheren Biodieselanteilen werden beispielsweise in Frankreich, Belgien und Portugal angeboten. Auch Italien, Schweden und Irland verfolgen entsprechende Pläne.

In Deutschland ist der Verkauf von B10 an Tankstellen seit Mai 2024 grundsätzlich erlaubt. Der flächendeckende Ausbau wird jedoch durch die sogenannte Bestandsschutzsortenregelung erschwert: Tankstellen, die B10 anbieten, müssen derzeit zugleich B7 bereithalten.

„Das Bundesumweltministerium könnte das Angebot von B10 an deutschen Tankstellen erleichtern, wenn es die Bestandsschutzsortenregelung flexibilisieren würde“, so Evers. „Ein teilweises, aber flächendeckendes B7-Angebot im Tankstellennetz sollte ausreichen, um Fahrzeuge ohne B10-Freigabe zu versorgen. Diese Maßnahme wäre schnell umsetzbar und hätte zudem eine preisdämpfende Wirkung.“

B10 könnte Kraftstoffpreise senken

Nach Berechnungen des „MVaK“ hätte B10 im ersten Halbjahr 2026 bis zu drei Cent je Liter günstiger angeboten werden können als B7. Zusätzliche Attraktivität könnte der Kraftstoff gewinnen, wenn Biokraftstoffe – wie vom Bundeslandwirtschaftsminister gefordert – von der Energiesteuer befreit würden.

Deutschland ist weiterhin auf Importe von fossilem Diesel angewiesen, da die heimische Produktion den Bedarf nicht vollständig decken kann. Gleichzeitig bestehen in Deutschland Biodiesel-Produktionskapazitäten von rund vier Millionen Tonnen.

„Ein zunehmendes B10-Angebot ist eine sinnvolle klimapolitische, energiepolitische und wirtschaftspolitische Maßnahme. Es mindert die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors, stärkt die Versorgungssicherheit und steigert die heimische mittelständische Wertschöpfung“, resümiert Evers.

www.mvak.eu

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