
Foto: „Mannol/SCT Germany“
Der europäische Schmierstoffmarkt stagniert – er ist geprägt von Preisdruck, regulatorischen Anforderungen und einer Konsolidierung im Handel. Gleichzeitig aber verändern sich die internationalen Absatzmärkte und Lieferketten. Der Schmierstoffhersteller „Mannol“ will wettbewerbsfähig bleiben und weiter wachsen. Im Interview erklärt Konstantin Gaab, Geschäftsführer von „Mannol/SCT Germany“, wie das Unternehmen mittels vertikaler Integration, eigener Additiventwicklung und moderner Logistik Marktanteile gewinnen und sich strategisch für die Zukunft positionieren will.
Integration und Logistik als Wachstumstreiber
In einem gesättigten Markt setzt „Mannol“ nicht auf neue Volumina, sondern auf die Gewinnung von Marktanteilen. „Breites Sortiment, hohe Standards, fairer Preis“ – so beschreibt Gaab die strukturelle Positionierung der Marke. Weil das Unternehmen wesentliche Teile der Wertschöpfungskette selbst steuert, könne es technisch auf hohem Niveau arbeiten und gleichzeitig preislich attraktiv bleiben.
Produktion und Additivkompetenz
„Mannol“ produziert an zwei Standorten: im litauischen Klaipėda, einem der größten Schmierstoffwerke Nordeuropas, sowie in Jebel Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten im hochautomatisierten Werk „SCT Chemicals“. Während Europa und Amerika primär aus Litauen beliefert werden, deckt Dubai vor allem Afrika und Asien ab.
Konstantin Gaab erklärt: „Beide Standorte arbeiten unabhängig, aber komplementär. Entscheidend ist dabei die vertikale Struktur. Wir mischen und prüfen die Produkte in eigenen Laboren, produzieren unsere Kunststoffgebinde selbst, füllen ab und steuern die Distribution digital.“
Die geografische Aufteilung verkürze also nicht nur die Lieferwege, sondern erhöhe auch die Versorgungssicherheit.
Zunehmend entwickelt das Unternehmen auch eigene Additivformulierungen – etwa auf Ester-, Keramik- oder Molybdänbasis – statt diese vollständig extern einzukaufen. Ziel sei eine langfristig reproduzierbare Qualität im Rahmen geltender Normen wie „API“ oder „ACEA“, so Konstantin Gaab.
Logistik als strategischer Faktor
An den deutschen Standorten Wedel und Braunschweig betreibt „Mannol“ moderne Logistik-Hubs mit digitaler Anbindung. Bestellungen bis zur Losgröße 1 werden automatisiert verarbeitet, Dropshipping und Just-in-Time-Lieferungen gehören zum Standardangebot. „Händler reduzieren ihre Bevorratung und erwarten von ihren Lieferanten flexible Lösungen“, betont der Geschäftsführer. Da Händler ihre Lagerbestände zunehmend reduzieren würden, versteht „Mannol“ effiziente Logistik als integralen Teil der Wertschöpfung und schließlich auch als klaren Wettbewerbsvorteil.
Langfristig will das Unternehmen als verlässlicher Partner wahrgenommen werden – nicht nur als günstige Alternative.

Foto: „Mannol/SCT Germany“

Foto: „Mannol/SCT Germany“

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