
Grafik: en2x
Immer mehr EU-Länder stellen ihr Benzinangebot an Tankstellen um. Nach Angaben von „en2x“ („Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.“) und „BDBᵉ“ („Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V.“) ist Super E10 inzwischen in 21 europäischen Ländern erhältlich. Zugleich wurde in allen Ländern, die den Kraftstoff anbieten, die formelle Angebotspflicht für Super E5 abgeschafft – mit Ausnahme Deutschlands. Hierzulande müssen Tankstellen weiter Super E5 führen.
E5-Pflicht bleibt Thema
Super E10 enthält bis zu zehn Prozent Bioethanol und soll laut den Verbänden dazu beitragen, den fossilen CO₂-Ausstoß im Straßenverkehr zu senken.
„Super E10 sorgt im Vergleich zu herkömmlichem Benzin für einen deutlich geringeren fossilen CO₂-Ausstoß, die Klimabilanz wird immer besser“, sagt Stefan Walter, Geschäftsführer des „Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft“ „BDBᵉ“.
Bioethanol aus Getreide oder Zuckerrüben, die nicht für Nahrung oder Tierfutter benötigt werden, erziele gegenüber rein fossilem Benzin mehr als 90 Prozent CO₂-Einsparungen.
In Österreich, Polen, Tschechien und einigen skandinavischen Ländern wurde oder wird die Pflicht zum Angebot von Super E5 beendet. Begründet wird dies mit EU-Klimaschutzvorgaben. Der „BDBᵉ“ spricht sich dafür aus, auch in Deutschland die Regelung zu öffnen. Dadurch könne Platz für weitere alternative Sorten entstehen, etwa perspektivisch für Super E20.
Verträglichkeit laut Studie hoch
Auch der Wirtschaftsverband „en2x“ verweist auf eine steigende Nachfrage. Prof. Christian Küchen, Geschäftsführer von „en2x“, erklärt: „Der Absatztrend weg von E5, hin zu E10 hält in Deutschland an. Denn auch finanziell erscheint der Preisvorteil von E10 für Tankkunden zunehmend attraktiv: Mit dem allgemeinen Anstieg des Kraftstoffpreisniveaus infolge der Nahostkrise ist der E10-Anteil am Benzinabsatz sprunghaft auf rund 35 Prozent gestiegen. Und da ist noch weiter Luft nach oben“.
Nach Angaben von „en2x“ und „BDBᵉ“ vertragen mehr als 99 Prozent aller in Deutschland seit gut 30 Jahren zugelassenen Fahrzeuge sowie alle Neuwagen Super E10. Eine Studie des „Karlsruher Instituts für Technologie“ („KIT“) im Auftrag von „en2x“ kommt demnach zu dem Ergebnis, dass Super E10 nur für rund 0,7 Prozent der seit 1995 zugelassenen Pkw mit Benzinmotor nicht uneingeschränkt verwendbar ist.


