
Eine neue Kurzstudie zeigt: Die Nettopreise für Benzin und Diesel in Deutschland liegen unter dem EU-Durchschnitt. Trotz staatlicher Preisdeckel in Nachbarländern wie Belgien sind die Nettopreise hierzulande oft günstiger.
Die Nettopreise für Kraftstoffe – nach Abzug staatlicher Preisbestandteile wie Steuern, Abgaben und CO₂-Bepreisung – sind in Deutschland niedriger als in fast allen EU-Nachbarstaaten. Dies geht aus der aktualisierten Kurzstudie „Tankstellenpreise in Deutschland im europäischen Vergleich“ von „Frontier Economics“ hervor, die im Auftrag des Wirtschaftsverbands „en2x“ durchgeführt wurde.
Die Studie, die Daten von Mai bis August 2026 berücksichtigt, zeigt, dass der durchschnittliche Nettopreis für Diesel in Deutschland unter dem Preisniveau aller Nachbarländer sowie Italien und Spanien liegt. Auch die Nettopreise für Benzin sind im EU-Vergleich attraktiv.
Staatliche Eingriffe bringen keinen Preisvorteil
Die Analyse widerlegt zudem die häufige Annahme, dass staatliche Eingriffe wie Preisdeckel den Verbraucherinnen und Verbrauchern Vorteile bringen. In Ländern wie Luxemburg und Belgien, die solche Maßnahmen eingeführt haben, lagen die Nettopreise dennoch höher als in Deutschland.
„Die Diskussion über die Tankstellenpreise wird aktuell nicht auf Basis von Fakten geführt“, betont Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer von „en2x“. „Der deutsche Kraftstoffmarkt funktioniert auch ohne staatliche Eingriffe.“ Forderungen nach Übergewinnsteuern oder Preisdeckeln seien kontraproduktiv, da sie Investoren abschrecken und den Wirtschaftsstandort Deutschland schwächen könnten.
Globale Marktlage beeinflusst Preise
Die gestiegenen Preise für Kraftstoffe sind laut der Studie überwiegend auf globale Produktmärkte zurückzuführen. Kriegshandlungen im Nahen Osten sowie in Russland und der Ukraine haben zu einem Mangel an Raffineriekapazitäten geführt. Gleichzeitig verschärft sich die Lage am Persischen Golf.
Trotz dieser Herausforderungen liefern deutsche Raffinerien zuverlässig sowohl inländisch als auch ins Ausland. Sie seien, so Küchen, eine „elementare Säule der Energieversorgung und unverzichtbar für industrielle Wertschöpfung“.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen, dass der deutsche Kraftstoffmarkt im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist und keine zusätzlichen staatlichen Eingriffe benötigt. Für Betreiberinnen und Betreiber von Tankstellen bedeutet dies eine stabile Marktgrundlage, die Investitionen in Technik, Klimaschutz und Standortentwicklung ermöglicht.


