
Eine Studie der „eFuel Alliance“ und „Porsche Consulting“ zeichnet ein konkretes Hochlaufszenario für E-Fuels: Weltweit sind mehr als 500 Wasserstoff- und E-Fuel-Projekte angekündigt, davon rund 300 mit Fokus auf den Verkehrssektor. Über 120 Unternehmen treiben den Markt aktiv voran. Bis 2030 könnten daraus Produktionskapazitäten von etwa 20 Milliarden Litern entstehen. Die Anbieterstruktur ist dabei fragmentiert – der größte Akteur kommt auf rund zwölf Prozent Anteil, während etwa 25 Prozent der Kapazitäten auf „Sonstige“ (fragmentierter Restmarkt aus zahlreichen kleineren Anbietern) entfallen. Im Produktmix dominiert klar E-Methanol: Mehr als achtzig Prozent der geplanten Produktion bis 2030 entfallen auf diesen Plattformkraftstoff. Er lässt sich sektorübergreifend einsetzen und gilt insbesondere für die Schifffahrt sowie als Ausgangsstoff für weitere Kraftstoffe als zentraler Baustein.
Für den Verkehrsmarkt zeigt die Studie: Der Gesamtbedarf an flüssigen Kraftstoffen in der EU sinkt zwischen 2025 und 2050 zwar um rund 34 Prozent auf 244 Milliarden Liter Benzinäquivalent, bleibt aber auf hohem Niveau. Auch 2050 entfallen noch etwa 53 Prozent des Energiebedarfs im Mobilitätssektor auf flüssige Energieträger. Mindestens 128 Milliarden Liter müssen dann aus nicht-fossilen Quellen wie E-Fuels oder fortschrittlichen Biokraftstoffen stammen.
Verbrenner bleiben langfristig relevant
Parallel dazu bleibt der Verbrennungsmotor relevant: Selbst im EU-Szenario liegt der Anteil 2040 noch bei rund 37 Prozent im Pkw- und 62 Prozent im Lkw-Segment sowie bei über 80 Prozent in Luft- und Schifffahrt. Die Studie kommt zudem zu dem Ergebnis, dass industrielle Engpässe – etwa bei Lithium, Nickel und dem Stromnetzausbau – den Hochlauf der Elektromobilität bremsen können. Dadurch steigt der Bedarf an flüssigen Kraftstoffen zusätzlich. Langfristig sieht die Analyse ein erhebliches Potenzial: Wird der industrielle Hochlauf konsequent umgesetzt, könnten E-Fuels ab 2046 den Bedarf an flüssigen Kraftstoffen in der EU vollständig decken. Ein Verteilkonflikt zwischen den Verkehrssektoren wäre damit nicht zu erwarten.
Hochlauf der E‑Fuel-Produktion steht noch am Anfang
Der Markthochlauf steht jedoch noch am Anfang: Nur rund sechs Prozent der Projekte haben bislang eine finale Investitionsentscheidung erreicht, während ein Großteil noch in frühen Entwicklungsphasen ist. Neben technologischen Fragen gelten Finanzierung und regulatorische Rahmenbedingungen als zentrale Hebel für die weitere Skalierung.


