E-Mobilität – Eröffnung Schnellladepark 24-Autohöfe

Foto: Silas Nowak / 24-Autobahn-Raststätten GmbH

Am „24-Total Autohof Neuberg“ an der A45 bei Frankfurt wurde ein Schnellladepark mit 44 HPC-Ladepunkten eröffnet. Mit sechs verschiedenen Ladepartnern setzt der Autohof ein Zeichen im Sinne der Anbietervielfalt.

Dieser Beitrag „Ein Ladepark zeigt, wohin es geht“ ist am 15. September 2026 in der Oktober-Ausgabe des „tankstelle“-Magazins erschienen.

Sechs Schnellladeanbieter an einem Standort? Auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Bild. Am „24-Total Autohof Neuberg“ an der A45 bei Frankfurt könnte es jedoch zeigen, wohin sich Autohöfe künftig entwickeln. Neben den bereits vertretenen Anbietern „Allego“ und „Tesla“ stellen „Mercedes Benz High-Power Charging“, „Ionity“, „EnBW“ sowie „Electra“ als neue Partner E-Autofahrern nun 44 HPC-Ladepunkte zur Verfügung. Das zeigt: Der Standort setzt auf Auswahl statt Exklusivität. Laut der „24-Autohöfe“ handle es sich um die bundesweit größte Anbietervielfalt an einem HPC-Ladestandort.

Für die Betreiberfamilie ist der Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur nicht nur die Erweiterung des Energieangebots, sondern Teil der langfristigen Weiterentwicklung des Standorts. Der „24-Autohof Neuberg“ wird seit 15 Jahren betrieben und in dieser Zeit kontinuierlich um Gastronomie- und Serviceangebote erweitert. Bei der Eröffnung wurde deutlich, dass Ladeinfrastruktur dabei nicht isoliert betrachtet wird: Das Ziel sei vielmehr ein „Mobilitäts- und Versorgungshub“, wie Daniel Weber, Geschäftsführer der „24-Autohöfe“, betonte.

Vielfalt beim Schnellladen
Foto: Tabea Schmelz

Ein zentraler Punkt ist die breite Auswahl an verschiedenen Ladeanbietern. Denn, „je größer die Auswahl, desto attraktiver der Standort“, hob Roxanne Ruscheinsky, verantwortlich für Strategy & Future Mobility bei den „24-Autohöfen“, hervor. Die Bedeutung der Elektromobilität hat innerhalb der Gruppe deutlich zugenommen: Nach Unternehmensangaben stehen inzwischen rund 400 HPC-Ladepunkte an 15 Standorten zur Verfügung. Alleine im vergangenen Jahr kamen ungefähr 100 weitere Ladepunkte hinzu. Die E-Mobilität sei damit „längst kein Nischenthema mehr“, erklärte Roxanne Ruscheinsky.

Dass der Ladepark ausgerechnet an einem Autohof entstanden ist, sei dabei kein Zufall gewesen. Denn der wesentliche Vorteil liegt darin, dass der Autohof aus beiden Autobahnfahrtrichtungen sowie gleichzeitig aus der umliegenden Region erreichbar ist.

Nächster Schritt: E-Lkw

Während beim Pkw immer höhere Ladeleistungen selbstverständlich werden, rückt bereits die nächste Aufgabe in den Fokus: Der batterieelektrische Schwerlastverkehr. Schon heute würden elektrische 40-Tonner regelmäßig an den Autohöfen laden. Dedizierte Megawattladeparks seien an sämtlichen Standorten vorgesehen – zahlreiche Projekte befänden sich bereits im Genehmigungsprozess, so Ruscheinsky.

Eine „Mammut-Aufgabe“
Foto: Silas Nowak / 24-Autobahn-Raststätten GmbH

Einfach sei der Ausbau allerdings nicht. Vor allem die verfügbare Netzleistung bleibe laut der familiengeführten „24-Autohofgruppe“ eine zentrale Herausforderung, denn der schleppende Netzausbau erschwere die Umsetzung entsprechender Projekte. Roxanne Ruscheinsky bezeichnete die Transformation des Verkehrs folglich als eine „Mammut-Aufgabe“.

Wie schnell sich die Anforderungen verändern, zeigte sich bei der Eröffnung mit einem Augenzwinkern: Eine 50-Kilowatt-Ladesäule wurde dort scherzhaft als „Museumsrelikt“ bezeichnet. Was vor wenigen Jahren noch als Schnellladen galt, wirkt angesichts der heutigen HPC-Technik zunehmend überholt.

In Neuberg soll die Entwicklung deshalb weitergehen. Neben zusätzlichen Ausbaustufen der Ladeinfrastruktur sind rund 30.000 Quadratmeter weitere angrenzende Gewerbegebietsflächen vorgesehen. Der neue Ladepark ist damit weniger Schlusspunkt als nächster Entwicklungsschritt eines Standorts, der sich seit 15 Jahren verändert.

Und vielleicht ist gerade das Bild von sechs verschiedenen Ladesäulenbetreibern nebeneinander künftig gar nicht mehr so ungewöhnlich.

Text: Tabea Schmelz

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