
Grafik: infoRoad GmbH / Clever Tanken
Der Kraftstoff Super E10 war im August so teuer wie nie seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen von „Clever Tanken“ im September 2013. Im bundesweiten Monatsdurchschnitt kostete ein Liter 2,1488 Euro – rund sieben Cent mehr als im Juli. Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum noch stärker: Mit durchschnittlich 2,2266 Euro pro Liter lag der Preis rund 15 Cent über dem Juli-Niveau.
Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 mussten Autofahrende im August durchschnittlich 515,71 Euro bezahlen. Das waren 16,10 Euro mehr als im Vormonat und 118,90 Euro mehr als im August 2025. Bei Diesel summierten sich vier Tankfüllungen auf 534,38 Euro – ein Plus von 35,30 Euro gegenüber Juli und 156,70 Euro gegenüber dem Vorjahresmonat.
„Der Rohölmarkt hat im August ziemlich genau vorgegeben, wohin die Reise an den Zapfsäulen geht: Erst wurden Benzin und Diesel günstiger, dann deutlich teurer und zum Monatsende setzte wieder eine leichte Entspannung ein“, sagt Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von „Clever Tanken“.
Als wesentliche Gründe nennt der Verbraucherinformationsdienst die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die weiterhin eingeschränkten Öltransporte durch die Straße von Hormus. Der Preis für die Nordseesorte Brent schwankte im August zwischen rund 79 und 94 US-Dollar je Barrel. Preisdämpfend wirkten dagegen höhere Förderquoten von OPEC+ sowie gesenkte Prognosen für die weltweite Ölnachfrage durch die Internationale Energieagentur und die OPEC.
Sommerferien und anhaltendes Niedrigwasser
Zusätzlich belasteten saisonale und regionale Faktoren den deutschen Kraftstoffmarkt. Sommerferien sorgten vielerorts für eine hohe Nachfrage. Zudem verteuerte das anhaltende Niedrigwasser im Rhein insbesondere die Versorgung in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Güterschiffe konnten zeitweise nur rund 20 Prozent ihrer üblichen Ladung transportieren.
Auffällig war im August auch die Preisrelation zwischen den Kraftstoffsorten: Obwohl die Energiesteuer auf Diesel um 18,41 Cent pro Liter niedriger liegt als auf Benzin, kostete Diesel im Monatsdurchschnitt 7,78 Cent mehr als Super E10. Im Juli war Diesel dagegen noch minimal günstiger gewesen.
Der günstigste Tanktag für beide Sorten war der 9. August. Super E10 kostete an diesem Tag durchschnittlich 2,0740 Euro pro Liter, Diesel 2,1410 Euro. Am teuersten war das Tanken am 23. August: Für Super E10 wurden im Schnitt 2,2050 Euro, für Diesel 2,3010 Euro je Liter aufgerufen.
Im Städteranking der 20 größten deutschen Städte war München mit 2,1160 Euro je Liter die günstigste Stadt für Super E10. Dresden blieb dagegen zum dritten Mal in Folge die teuerste Stadt mit durchschnittlich 2,1895 Euro. Bei Diesel lag Nürnberg mit 2,1944 Euro pro Liter vorn, während Wuppertal mit 2,2943 Euro den höchsten Durchschnittspreis verzeichnete.
Für September erwartet „Clever Tanken“ einen weiterhin nervösen Ölmarkt. „Das anhaltende Niedrigwasser des Rheins kann Benzin und Diesel hierzulande zusätzlich verteuern. Einen klaren Trend nach oben oder unten sehe ich deshalb derzeit nicht“, resümiert Steffen Bock.


