Clever Tanken – Spritpreise im Mai deutlich gesunken

Städteranking der Spritkosten für Mai 2026.
Grafik: „infoRoad GmbH“ / „Clever Tanken“

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im Mai nach dem Rekordniveau des Vormonats deutlich gesunken. Wie der Verbraucherinformationsdienst „Clever Tanken“ mitteilt, verbilligten sich sowohl Super E10 als auch Diesel spürbar gegenüber April. Gleichzeitig lagen die Preise weiterhin klar über dem Vorjahresniveau. Auch der Preisabstand zwischen Benzin und Diesel verringerte sich deutlich.

Im Mai kostete der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,9683 Euro. Das waren rund 13 Cent weniger als im April, als der Durchschnittspreis noch bei 2,0975 Euro lag. Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer damit im Mai durchschnittlich rund 472,39 Euro. Das waren etwa 31 Euro weniger als im Vormonat, aber rund 71,33 Euro mehr als im Mai 2025.

Diesel kostete im bundesweiten Durchschnitt 1,9727 Euro pro Liter und damit rund 28 Cent weniger als im April. Damals hatte der Liter im Mittel noch 2,2517 Euro gekostet. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Diesel schlugen im Mai mit durchschnittlich rund 473,45 Euro zu Buche. Das entsprach einem Rückgang von rund 66,96 Euro gegenüber April, lag jedoch etwa 100,70 Euro über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Diesel nur noch knapp teurer als Benzin

Auffällig war im Mai die deutliche Annäherung der Diesel- an die Benzinpreise. Diesel war im Monatsmittel nur noch 0,4 Cent pro Liter teurer als Super E10. Im April hatte die Differenz noch 15,42 Cent betragen, im März 14,28 Cent. Damit zog sich die Benzin-Diesel-Schere gegenüber dem Vormonat um 14,98 Cent pro Liter zugunsten von Diesel zusammen.

Ursachen waren nach Einschätzung von „Clever Tanken“ unter anderem die zuletzt entspanntere Lage am Markt sowie nachlassende Sorgen vor einer akuten Dieselknappheit. Diesel bleibt jedoch besonders sensibel gegenüber geopolitischen Spannungen, weil er nicht nur im Pkw-Verkehr, sondern auch für Lkw, Lieferketten, Industrie, Landwirtschaft und teilweise für die Energieerzeugung benötigt wird.

Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von „Clever Tanken“, erklärt dazu: „Zuletzt hat sich die Lage am Markt etwas entspannt. Händler rechnen offenbar nicht mehr mit einer akuten Dieselknappheit, weshalb die Dieselpreise derzeit stärker fallen als die Benzinpreise. Gleichzeitig stützt die Reise- und Ferienzeit die Nachfrage nach Benzin. Zusätzlich wirkt seit Anfang Mai der Tankrabatt preisdämpfend auf beide Kraftstoffsorten.“

Entspannung am Ölmarkt drückt Preise

Die Kraftstoffpreise standen im Mai unter dem Einfluss mehrerer gegenläufiger Faktoren. Zu Monatsbeginn kostete ein Barrel der für Deutschland wichtigen Nordseesorte Brent noch rund 114 US-Dollar. Ab dem 20. Mai gaben die Ölpreise jedoch deutlich nach und fielen zuletzt auf rund 92 Dollar je Barrel.

„Die Kraftstoffpreise standen im Mai unter dem Einfluss mehrerer gegenläufiger Faktoren“, sagt Bock. „Während der Iran-Krieg und die faktische Blockade der Straße von Hormus die Rohölpreise zeitweise massiv steigen ließen, sorgten ab der Monatsmitte Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran immer wieder für deutliche Entspannungen an den Rohölmärkten – und damit auch für Preisnachlässe an den Tankstellen“, erläutert Bock.

Tankrabatt entlastet, Tankpreisbremse verändert Preisverlauf

Neben den Rohölpreisen wirkten nach Einschätzung von „Clever Tanken“ im Mai auch der Tankrabatt und die im April eingeführte Tankpreisbremse auf die Preisentwicklung an den Zapfsäulen ein.

„Nach unseren Beobachtungen wirken seit Anfang Mai in Deutschland der Tankrabatt und die im April eingeführte Tankpreisbremse zusätzlich auf die Preisentwicklung an den Zapfsäulen ein. Während jedoch der Tankrabatt die Verbraucher derzeit um rund 17 Cent pro Liter Kraftstoff entlastet, dämpft die Tankpreisbremse den Wettbewerb unter den Tankstellen und treibt die Preise in die Höhe“, erklärt Bock.

Nach einer Analyse der „hy Consulting Group“ auf Basis von Daten von „Clever Tanken“ kommt der Tankrabatt weitgehend bei den Verbrauchern an. Gleichzeitig nahmen die Preisschwankungen im Tagesverlauf weiter zu. Bei Diesel lagen sie im Mai durchschnittlich bei 15 Cent pro Tag, nachdem es im April noch 11 Cent gewesen waren. Bei Super E5 stiegen die Schwankungen von 9 auf 12 Cent. Zudem erhöhte sich die Zahl der täglichen Preissenkungen pro Tankstelle von durchschnittlich 6,4 im April auf 8,1 im Mai.

Besonders deutlich fiel der Preissprung rund um die erlaubte Preiserhöhung um 12 Uhr mittags aus. Wer kurz vor 12 Uhr tankte, konnte laut Analyse daher besonders häufig sparen.

Große Preisunterschiede zwischen Städten

Im Vergleich der 20 größten deutschen Städte war Stuttgart im Mai die günstigste Stadt für Super E10. Dort kostete der Liter im Monatsmittel 1,9252 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgten München mit 1,9262 Euro und Nürnberg mit 1,9272 Euro pro Liter.

Am teuersten war Super E10 im Mai in Hannover mit 2,0048 Euro pro Liter. Dahinter folgten Hamburg mit 1,9941 Euro und Leipzig mit 1,9856 Euro. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im teuren Hannover durchschnittlich rund 481,15 Euro und damit etwa 19,10 Euro mehr als in Stuttgart.

Auch bei Diesel war Stuttgart im Mai die günstigste Tankstadt. Autofahrer zahlten dort im Monatsdurchschnitt 1,9326 Euro pro Liter. Auf Platz zwei folgte Bonn mit 1,9381 Euro, auf Platz drei Nürnberg mit 1,9388 Euro. Für Bonn war es bereits der 13. Monat in Folge unter den drei günstigsten Diesel-Standorten Deutschlands.

Die teuerste Diesel-Tankstadt war Hannover mit einem Durchschnittspreis von 2,0084 Euro pro Liter. Dahinter lagen Hamburg mit 2,0035 Euro und Dresden mit 1,9957 Euro. Dresden war damit den fünften Monat in Folge unter den drei teuersten Diesel-Städten vertreten.

Günstigster Tanktag war der 31. Mai

Der günstigste Tag zum Tanken von Super E10 und Diesel war im Mai Sonntag, der 31. Mai. An diesem Tag kostete der Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt 1,9100 Euro. Diesel war mit 1,8640 Euro pro Liter ebenfalls an diesem Tag am günstigsten.

Am teuersten war Super E10 am Dienstag, dem 5. Mai, mit durchschnittlich 2,0110 Euro pro Liter. Diesel erreichte seinen Monatshöchststand am Sonntag, dem 3. Mai, mit 2,0920 Euro pro Liter.

Ausblick: Schwankungen bleiben hoch

Für Juni rechnet „Clever Tanken“ weiterhin mit hohen Schwankungen bei den Kraftstoffpreisen. Maßgeblich dürften die geopolitische Lage im Nahen Osten, die weitere Entwicklung rund um die Straße von Hormus sowie die Beschlüsse von „OPEC+“ zur weiteren Förderstrategie auf der Sitzung am 7. Juni sein.

Zum Monatsende könnten die Preise an den Zapfsäulen wieder anziehen. Der Tankrabatt der Bundesregierung endet voraussichtlich am 30. Juni. Zusätzlich beginnt Ende Juni und Anfang Juli in mehreren Bundesländern die Sommerferienzeit, wodurch die Nachfrage nach Kraftstoffen typischerweise steigt.

www.clever-tanken.de

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