
Grafik: „infoRoad GmbH“ / „Clever Tanken“
Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im Juni erneut spürbar zurückgegangen. Wie der Verbraucherinformationsdienst „Clever Tanken“ mitteilt, verbilligten sich sowohl Super E10 als auch Diesel im Vergleich zum Mai deutlich. Trotz der Entlastung an den Zapfsäulen lagen die Ausgaben weiterhin über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Im Juni kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,8512 Euro. Das waren rund 12 Cent weniger als im Mai, als der Durchschnittspreis noch bei 1,9683 Euro lag. Für vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 zahlten Autofahrer damit im Juni durchschnittlich rund 444,29 Euro. Das waren etwa 28,10 Euro weniger als im Vormonat, aber rund 41,78 Euro mehr als im Juni 2025.
Diesel kostete im Bundesdurchschnitt 1,7966 Euro pro Liter und damit rund 18 Cent weniger als im Mai. Damals hatte der Liter im Mittel noch 1,9727 Euro gekostet. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Diesel schlugen im Juni mit durchschnittlich rund 431,18 Euro zu Buche. Das entsprach einem Rückgang von rund 42,26 Euro gegenüber Mai, lag jedoch etwa 52,25 Euro über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Diesel wieder günstiger als Benzin
Nachdem Diesel zwischen März und Mai bis zu 15,42 Cent pro Liter teurer war als Super E10, drehte sich das Verhältnis im Juni wieder um. Diesel war im Monatsmittel rund 5,46 Cent pro Liter günstiger als Super E10. Gegenüber dem Vormonat vergrößerte sich der Abstand damit um rund 6 Cent zugunsten von Diesel. Der Preisabstand blieb jedoch weiterhin deutlich unter dem steuerlichen Vorteil von rund 20 Cent pro Liter gegenüber Benzin.
„Mit der Entspannung im Nahen Osten hat sich zuletzt auch die Lage am Dieselmarkt wieder beruhigt. Die Sorge vor einer akuten Unterversorgung ist deutlich zurückgegangen, sodass die Dieselpreise derzeit stärker nachgeben als die Benzinpreise“, erklärt Steffen Bock. „Gleichzeitig sorgt die beginnende Reise- und Ferienzeit für eine stabile Nachfrage nach Benzin. Zusätzlich hat der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt bei beiden Kraftstoffsorten preisdämpfend gewirkt.“
Rohölpreise und Tankrabatt drücken Preise
Die Entwicklung der Kraftstoffpreise wurde im Juni vor allem durch die Rohölmärkte sowie den bis zum 30. Juni geltenden Tankrabatt bestimmt. Zu Monatsbeginn notierte die für Deutschland relevante Nordseesorte Brent noch bei rund 98 US-Dollar je Barrel. Mit der Annäherung zwischen den USA und dem Iran setzte jedoch eine Trendwende ein. Ende Juni kostete ein Barrel Brent zeitweise nur noch rund 73 US-Dollar.
„Neben den fallenden Rohölpreisen sorgte der bis zum 30. Juni befristete Tankrabatt für Entlastung an den Zapfsäulen. Gleichzeitig bremste jedoch die im April eingeführte Tankpreisbremse den Wettbewerb“, erklärt Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von „Clever Tanken“. „Während der von der Bundesregierung eingeführte Tankrabatt die Kraftstoffpreise im Mai und Juni um bis zu rund 17 Cent je Liter entlastet hat, dürfen Tankstellen infolge der Tankpreisbremse ihre Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben. Viele Anbieter kalkulieren deshalb vorsichtiger und setzen ihre Preise zur Mittagszeit tendenziell höher an, da spätere Preiserhöhungen nicht mehr möglich sind. Die anschließenden Preissenkungen im Tagesverlauf reichen dadurch häufig nicht mehr an die früher üblichen Tiefstpreise heran. Das erhöht die durchschnittlichen Kraftstoffpreise.“
Große Preisunterschiede zwischen Städten
Im Vergleich der 20 größten deutschen Städte war Bonn im Juni die günstigste Stadt für Super E10. Dort kostete der Liter im Monatsmittel 1,7977 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgten Stuttgart mit 1,8102 Euro und Duisburg mit 1,8153 Euro pro Liter.
Am teuersten war Super E10 im Juni in Dresden mit durchschnittlich 1,9063 Euro pro Liter. Dahinter folgten Hannover mit 1,8860 Euro und Hamburg mit 1,8669 Euro. Vier Tankfüllungen à 60 Liter Super E10 kosteten im teuren Dresden durchschnittlich rund 457,51 Euro und damit etwa 26,06 Euro mehr als in Bonn.
Bei Diesel war Bielefeld im Juni die günstigste Tankstadt. Autofahrer zahlten dort im Monatsdurchschnitt 1,7604 Euro pro Liter. Auf Platz zwei folgte Bonn mit 1,7621 Euro, auf Platz drei Nürnberg mit 1,7644 Euro. Für Bonn war es bereits der 14. Monat in Folge unter den drei günstigsten Diesel-Standorten Deutschlands.
Die teuerste Diesel-Tankstadt war ebenfalls Dresden mit einem Durchschnittspreis von 1,8782 Euro pro Liter. Damit gehörte die Elbstadt den sechsten Monat in Folge zu den drei teuersten Diesel-Standorten. Dahinter lagen Hannover mit 1,8176 Euro und Hamburg mit 1,8104 Euro.
Günstigster Tanktag war der 19. Juni
Der günstigste Tag zum Tanken von Super E10 war im Juni Freitag, der 19. Juni. An diesem Tag kostete der Liter im Bundesdurchschnitt 1,7920 Euro. Diesel war mit 1,7100 Euro pro Liter ebenfalls an diesem Tag am günstigsten, erreichte denselben Durchschnittspreis aber auch am Dienstag, dem 23. Juni.
Am teuersten war Super E10 am Dienstag, dem 30. Juni, mit durchschnittlich 1,9080 Euro pro Liter. Diesel erreichte seinen Monatshöchststand bereits am Donnerstag, dem 4. Juni, mit 1,8890 Euro pro Liter.
Ausblick: Tankrabatt entfällt im Juli
Für Juli erwartet „Clever Tanken“ zunächst steigende Preise. Mit dem Ende des Tankrabatts verteuern sich Benzin und Diesel rechnerisch um 16,7 Cent je Liter. Ob dieser Anstieg vollständig bei den Verbrauchern ankommt, hängt laut „Clever Tanken“ jedoch vor allem von der weiteren Entwicklung der Rohölpreise und vom Wettbewerb an den Tankstellen ab.
Im weiteren Monatsverlauf könnten sinkende Rohölpreise den Wegfall des Tankrabatts teilweise ausgleichen. Demgegenüber dürften die Sommerferien in fast allen Bundesländern die Nachfrage nach Kraftstoffen erhöhen. In der Ferienzeit sollten Autofahrer zudem Autobahntankstellen möglichst meiden.


