Clever Tanken – Kraftstoffpreise im Januar auf Elfmonatshoch

Städteranking der Spritkosten für Januar 2026
Grafik: „infoRoad GmbH“ / „Clever Tanken“

Der Jahresauftakt 2026 war für Autofahrer mit deutlich höheren Kraftstoffpreisen verbunden. Wie eine Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes „Clever Tanken“ zeigt, erhöhten sich die Preise für Super E10 sowie Diesel im Januar im bundesweiten Durchschnitt deutlich und erreichten dabei ein Elfmonatshoch. Gründe dafür waren unter anderem die Erhöhung der CO₂-Bepreisung und gestiegene Rohölpreise.

Laut „Clever Tanken“ zeigt die Auswertung der Preise im Januar: Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Durchschnitt 1,7310 Euro und lag damit rund 9 Cent über dem Niveau von Dezember (1,6447 Euro). Der letzte höhere Durchschnittspreis wurde zuvor im Februar 2025 mit 1,7453 Euro pro Liter erreicht – dies war ebenfalls der teuerste Tankmonat im vergangenen Jahr.

Ähnlich verhält es sich bei Diesel: Im bundesweiten Durchschnitt kostete der Liter 1,6878 Euro, also rund 10 Cent mehr als noch im Vormonat (1,5933 Euro). Der Dieselpreis näherte sich somit wieder dem Niveau des Februars 2025. Mit durchschnittlich 1,6809 Euro pro Liter war es damals auch für Diesel der teuerste Monatsdurchschnitt des Jahres, zuletzt lag dieser im April 2024 mit 1,7318 Euro pro Liter höher.

Preisspanne verringert sich leicht

Im Januar war der Dieselpreis im bundesweiten Durchschnitt nur noch rund 4,32 Cent pro Liter günstiger als Super E10. Der Preisabstand der beiden Kraftstoffe hat sich also um etwa einen Cent zulasten von Diesel verringert – im Vergleich: Im Dezember lag die Differenz noch bei knapp 5,14 Cent.

Nach Einschätzung von Steffen Bock, dem Geschäftsführer von „Clever Tanken“, ist vor allem die saisonbedingt hohe Nachfrage nach Heizöl Grund dafür, dass Diesel zurzeit – trotz steuerlicher Begünstigung von rund 20 Cent je Liter – nur geringfügig billiger ist als Benzin. Diesel und Heizöl stellen nahezu identische Produkte dar, weshalb sich die erhöhte Heizölnachfrage im Winter regelmäßig auch auf den Dieselmarkt auswirkt.

Die günstigsten und teuersten Tanktage im Januar

Am Donnerstag, dem 1. Januar, zahlten Autofahrer für beide Kraftstoffsorten im Bundesdurchschnitt am wenigsten – der Liter Super E10 kostete rund 1,7010 Euro (etwa drei Cent mehr als am Tag zuvor), der Liter Diesel kostete rund 1,6520 Euro (etwa vier Cent mehr als am Tag zuvor). Am teuersten war Super E10 hingegen am Donnerstag, dem 15. Januar, mit 1,7410 Euro pro Liter. Diesel war am Samstag, dem 31. Januar, mit 1,7140 Euro pro Liter am teuersten.

Städteranking im Januar: E10 am günstigsten in Berlin, in Frankfurt am teuersten

Die günstigste Super-E10-Tankstadt war im Januar zum dritten Mal in Folge Berlin. Hier kostete der Liter Super E10 im Monatsdurchschnitt 1,7026 Euro. Stuttgart (1,7039 Euro) und Bochum (1,7077 Euro) folgten auf den Plätzen zwei und drei. Die höchsten Preise für Super E10 wurden dagegen in Frankfurt am Main (1,7571 Euro), Dresden (1,7514 Euro) und Hannover (1,7462 Euro) aufgerufen. Frankfurt am Main belegte zum dritten Mal in Folge Platz eins. Hannover zählt zum neunten Mal nacheinander zu den Top drei dieser Kategorie.

Die günstigsten Diesel-Tankstädte waren im Januar Wuppertal (1,6640 Euro), Bochum (1,6643 Euro) und Bonn (1,6648 Euro). Bonn behauptete sich damit den neunten Monat in Folge unter den Top drei in dieser Kategorie. Leipzig (1,7315 Euro) wurde dagegen erneut die teuerste Diesel-Tankstadt des Monats. Die Sachsenmetropole zählt seit 14 Monaten ohne Unterbrechung zu den drei teuersten Dieselstandorten unter den 20 größten Städten Deutschlands – davon stand Leipzig elfmal an der Spitze. Dresden (1,7103 Euro) und Hannover (1,7100 Euro) reihen sich auf den Plätzen zwei und drei ein. Hannover belegte zum dritten Mal nacheinander Platz drei.

Gründe für die Entwicklung der Kraftstoffpreise

Laut Steffen Bock waren besonders zwei Faktoren ausschlaggebend für die Erhöhung der Kraftstoffpreise: Einerseits wirkte sich zum Jahreswechsel die nächste Stufe der nationalen CO₂-Bepreisung aus, da diese seit dem 1. Januar 2026 über Auktionen bestimmt wird und eine Spanne von 55 bis 65 Euro pro Tonne erwartet wird. Am oberen Ende könnten sich die Mehrkosten auf rund 18,6 Cent je Liter Benzin und etwa 20,5 Cent je Liter Diesel summieren – das wären bis zu 2,9 Cent beziehungsweise 3,2 Cent mehr als im Jahr 2025.

Andererseits legten die Rohölpreise im Januar trotz hoher Schwankungen deutlich zu und erreichten Ende des Monats mit rund 69,8 US-Dollar je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Anfang August 2025. Zwar gerieten die Notierungen zu Monatsbeginn durch steigende US-Lagerbestände und Spekulationen über zusätzliche Lieferungen aus Venezuela unter Druck, doch überwogen schnell die preistreibenden Faktoren. Sinkende US-Ölreserven, die Zurückhaltung der „Opec+“ bei der Förderausweitung sowie ein heftiger Wintersturm in den USA, der Texas traf und Förderausfälle befürchten ließ, stützten die Preise und verstärkten den Aufwärtstrend. Zudem kehrte eine geopolitische Risikoprämie an den Ölmarkt zurück: Verschärfte Spannungen zwischen den USA und Iran erhöhten die Sorge vor Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl.

Ausblick

Viele Faktoren deuten auf gedämpfte Rohöl- und Kraftstoffpreise im laufenden Jahr hin, auch die „Internationale Energieagentur (IEA)“ rechnet mit einem rekordhohen globalen Ölüberschuss für 2026. Nichtsdestotrotz geht Steffen Bock für die kommenden Wochen von steigenden Preisen aus, maximal jedoch von einer Seitwärtsbewegung. „Vor allem die geopolitischen Spannungen sprechen in den kommenden Wochen eher für weiter steigende Rohöl- und damit Kraftstoffpreise“, betont der Experte.

Zusätzlich belasten extreme Winterwetterlagen die USA. Nach dem schweren Wintersturm traf am vergangenen Wochenende ein Bombenzyklon die südöstlichen Bundesstaaten mit Sturmfluten, hohen Wellen und erheblichen Schneefällen. Eine nachfolgende arktische Kaltluftfront drang bis nach Florida vor. Das Ausmaß der Produktionsunterbrechungen und der erhöhten Heizölnachfrage ist derzeit ungewiss.

www.clever-tanken.de

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