CarWash & CarCare – Besuch beim ersten „Kärcher Clean Park Plus“

Der erste „Kärcher Clean Park Plus“ Deutschlands steht in Obersontheim.
Foto: Lisa Levy/tankstelle

Moderner Waschpark mit Weitblick: Der erste „Kärcher Clean Park Plus“ Deutschlands steht in Obersontheim. Die Brüder Hans-Friedrich und Samuel Schneider verbinden dort Portalwäsche, SB-Angebot und digitale Services mit einem ausgeklügelten Technikkonzept. Dieser Beitrag ist erschienen in „tankstelle“ 09/2026.

Die Luft ist kühl, die Sonne scheint und ein leichter Wind weht, als die Besucher an diesem Aprilmorgen das Gelände des „Kärcher Clean Park Plus“ in Obersontheim betreten. Optimal, um die Waschergebnisse der SB-Plätze und der Portalwaschanlage zu begutachten.

Schon von außen überzeugt das Erscheinungsbild: Der SB-Waschpark von Hans-Friedrich und Samuel Schneider verfügt über ein klares Design. Moderne Holzbalken unterm Dach sowie eine Photovoltaik-Anlage lassen neugierig werden auf das besonders auf Ressourcen- und Betriebseffizienz ausgelegte Technikkonzept. Der Anspruch der Brüder: ein Premium-Waschpark, der nicht nur beim Waschergebnis, sondern auch langfristig bei Energie- und Wasserverbrauch überzeugt.

Die Portalwaschanlage „CW 5 Klean!Star iQ“ ist auch für größere Fahrzeuge ausgelegt.
Foto: Lisa Levy/tankstelle

Die Idee für einen Waschplatz auf dem familieneigenen Grundstück reicht weit zurück. Schon Großvater und Vater hatten entsprechende Pläne. Hans-Friedrich und Samuel Schneider griffen sie auf, konkretisierten das Projekt und eröffneten im Mai in der rund 5.300 Einwohner zählenden Gemeinde Obersontheim den ersten „Kärcher Clean Park Plus“ in Deutschland.

Der Standort liegt gegenüber einer „Eni“-Tankstelle, eines unbemannten Business-Hotels, einer „Mc Donald’s“-Filiale und unweit des „Kärcher“-Werks. Das ist eine für die Betreiber mehr als günstige Lage: Der Waschpark soll ein eigenständiger, langfristig angelegter Mobilitätsbaustein sein. Entsprechend fiel die Entscheidung nach dem Vergleich unterschiedlicher Konzepte bewusst auf „Kärcher“ als regionalen Partner.

Neben einer Portalwaschanlage gibt es vier SB-Waschplätze, Sauger, einen Mattenreiniger, zwei „Hurricane Car Guns“, Münzwechsler, eine „Amazon“-Paketstation und einen Eisautomaten.

Technik für Komfort
Hans-Friedrich und Samuel Schneider (M.) nehmen die Auszeichnung zum ersten „Kärcher Clean Park Plus“ Deutschlands von Mark Otterbach, Director Product and Project Management Vehicle Wash bei „Kärcher“ (r.), entgegen.
Foto: Lisa Levy/tankstelle

Im Mittelpunkt steht die Portalwaschanlage „CW 5 Klean!Star iQ“, die mit 2,90 Metern Höhe und 2,55 Metern Breite auch für größere Fahrzeuge ausgelegt ist und über drei Felgenbürsten, Hochdruckeinheiten und zwei Trocknungsdüsen verfügt; besonders gefragt ist derzeit ein Waschprogramm für 17 Euro.

Auch die SB-Plätze sind auf Komfort ausgelegt: Ein zentraler Drehwahlschalter, vorn geführte und beheizte Schläuche sowie beheizte Bodenplatten – unterstützt durch Wärmepumpe und Betonaktivierung – erleichtern die Bedienung und schützen im Winter vor Frost und Eisbildung.

Baulich setzt man zudem auf hochwertige Kanalbeschichtungen, langlebige Materialien und einen Schlammfang für dauerhaften Betrieb, wobei der Waschpark donnerstags bis samstags am stärksten frequentiert ist.

„Da wir täglich vor Ort am Standort sind, stehen wir in engem Austausch mit unseren Kunden.“
Samuel und Hans-Friedrich Schneider, Betreiber, „Kärcher Clean Park Plus“ Obersontheim

Energie im Kreislauf

Das „Plus“ im Namen verweist auf die technische Grundidee: Ressourcen möglichst im Kreislauf zu führen und zugleich Reserven für künftige Anforderungen vorzuhalten. Auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage mit 50 kWp Leistung Strom; ein Batteriespeicher ist bereits installiert. Mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs stammt nach Angaben der Betreiber schon aus eigener Erzeugung. Seit der Eröffnung liege die Autarkie bei 60 Prozent. Für einen späteren Ausbau der PV-Anlage ist der Standort vorbereitet.

Ebenso großzügig wurde die Wassertechnik dimensioniert. Regenwasserzisterne und Rückgewinnungsanlage versorgen den Waschbetrieb zu rund 80 Prozent mit aufbereitetem Regen- und Recyclingwasser. Zwei Vorklärungsbecken und biologische Filterelemente bilden das Herz der Aufbereitung. In den Filtern siedeln sich Bakterien an, die organische Verschmutzungen abbauen. Innerhalb von vier Wochen sammelte die Anlage nach Betreiberangaben rund 34 Kubikmeter Regenwasser. Die öffentliche Wasser- und Abwasseranbindung bleibt als Absicherung bestehen – und macht deutlich, warum ein geringer Frischwasserbedarf wirtschaftlich relevant ist.

Wasserpreise erhöhen den Druck

Ab Januar 2026 stiegen in Obersontheim die Wasser- und Entwässerungsgebühren auf zusammen 7,87 Euro je Kubikmeter, was Wasseraufbereitung für einen Waschpark zum zentralen Kostenfaktor macht. Die Schneiders haben ihre Rückgewinnungsanlage daher bewusst mit Kapazitätsreserven geplant, um auch bei künftigen Gebühren- oder Verbrauchsänderungen handlungsfähig zu bleiben.

Digital, bargeldlos – und Bargeld

Beim Bezahlen zeigt sich der Anspruch auf einen reibungslosen Ablauf: Neben Karte, QR-Code, Bargeld und der App „Pay & Wash“ zur Kundenbindung verbindet „Ready to Wash“ Wasch- und Serviceangebote, wobei etwa zwei Drittel der Zahlungen per EC-Karte erfolgen und bald auch Flottenkarten eingebunden werden sollen.

Der Standort ist umfassend digitalisiert, sodass sich Umsätze und Betriebszustände aus der Ferne einsehen und steuern lassen, während Betreiber und „Kärcher“ bei Störungen automatisch informiert werden. Trotzdem bleibt die persönliche Präsenz zentral. Die Brüder sind täglich vor Ort, suchen den Austausch mit Kunden.

„Da wir als erster ‚Clean Park Plus‘-Betreiber mit dem neuen ‚Kärcher‘-Kassensystem arbeiten, befinden sich einige Funktionen noch in der finalen Ausarbeitung. Dadurch konnten wir bislang nicht das gesamte System ausschöpfen, insbesondere die Firmenkundenanbindung sowie Flottenkarten steht noch aus“, erklärt Samuel Schneider. „Dennoch sind wir mit dem bisherigen Betrieb zufrieden und freuen uns auf alles, was in den kommenden Monaten noch folgen wird.“

Kundenfeedback

Die ersten Monate zeigen aus Sicht der Betreiber, dass der Standort nicht allein über Technik definiert wird. Entscheidend ist, wie Kunden die Angebote annehmen – und was sie im Alltag erwarten.

„Da wir täglich vor Ort am Standort sind, stehen wir in engem Austausch mit unseren Kunden und führen viele Gespräche direkt an den Anlagen“, berichtet Hans-Friedrich Schneider. „Besonders häufig wird das bargeldlose Bezahlsystem positiv hervorgehoben, viele Kunden empfinden es als komfortabel und zeitgemäß, was uns natürlich freut. Auch die Qualität der Wäsche sowie das breite Angebot werden durchweg sehr positiv bewertet.

Selbstverständlich gibt es auch kritische Rückmeldungen. Diese nehmen wir ernst und nutzen sie als Grundlage für unsere eigene Weiterentwicklung und Selbstkritik.“

Der „Kärcher Clean Park Plus“ in Obersontheim ist kein abgeschlossenes Vorzeigeprojekt, sondern ein Standort, der sich stetig weiterentwickelt. Das gilt für zusätzliche digitale Funktionen ebenso wie für Energieautarkie, Kundenansprache und das Zusammenspiel aus Portal- und SB-Wäsche.

Über aktuelle Einblicke informiert der Waschpark auch auf „Instagram“ unter „Waschpark OSO“.

Beim Besuch durfte die „tankstelle“-Redaktion ihren Dienstwagen vom Fliegenfriedhof befreien – und bis zum zufriedenstellenden Ergebnis die moderne Portalwaschanlage beobachten:


Regenwasser und aufbereitetes Waschwasser decken nach Angaben der Betreiber rund 80 Prozent des Wasserbedarfs im Waschbetrieb.

Standort: https://maps.app.goo.gl/pDcRVnLYabdZehfv5
Kärcher Clean Park Plus Obersontheim
Birngründle 3
74423 Obersontheim

Text: Lisa Levy

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