BVTE – Tabaksteuereinnahmen im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesunken

Foto: BVTE

Die Einnahmen aus der Tabaksteuer sind im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent zurückgegangen. Nach Angaben aus dem Monatsbericht des „Bundesministeriums der Finanzen“ beliefen sie sich auf 6,792 Milliarden Euro. Zum 1. Januar 2026 war die Steuer auf Zigaretten um 15 Cent je Packung mit 20 Stück erhöht worden.

Der „Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse“ (BVTE) sieht in der Entwicklung ein Zeichen dafür, dass die Belastungsgrenze des legalen Marktes erreicht sei. Der Verband warnt vor weiteren Erhöhungen und verweist auf mögliche Folgen für Steuereinnahmen, Handel und Schwarzmarkt.

Steuerpläne stoßen auf Kritik

Nach Darstellung des BVTE sehen aktuelle politische Überlegungen eine zusätzliche Belastung von bis zu 80 Cent je Zigarettenpackung vor. Dadurch könnte der Preis einer Schachtel nach Berechnungen des Verbands bereits 2027 auf rund 9,10 Euro und bis 2030 auf knapp 12 Euro steigen.

„Die aktuellen Zahlen sind ein deutliches Warnsignal. Wenn bereits eine Steuererhöhung um 15 Cent mit einem Rückgang der Tabaksteuereinnahmen von 15 Prozent einhergeht, muss die Politik die Folgen weiterer drastischer Steuererhöhungen sorgfältig abwägen“, erklärt Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE.

Höhere Preise könnten nach Einschätzung des Verbands dazu führen, dass Verbraucher verstärkt auf unversteuerte oder gefälschte Produkte ausweichen.

Verband verweist auf Frankreich und Niederlande

Als Beispiele nennt der BVTE Frankreich und die Niederlande. In Frankreich entgehen laut einer vom Verband angeführten Studie der Zollverwaltung 17,7 Prozent des Tabakkonsums der nationalen Besteuerung. Rund vier von zehn konsumierten Zigaretten sollen aus illegalen Quellen stammen. In den Niederlanden sei nach den Steuererhöhungen 2024 zudem der Einkauf im Ausland deutlich gestiegen. Inzwischen würden dort rund 60 Prozent der konsumierten Tabakwaren grenzüberschreitend erworben.

Der Verband fordert Bundesregierung und Bundestag auf, weitere Steuererhöhungen zu überprüfen. Aus Sicht des BVTE müsse die Finanzpolitik stabile Einnahmen sichern, den regulierten Markt erhalten und zusätzliche Anreize für Schmuggel und Produktfälschungen vermeiden.

www.bvte.de

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