
Foto: Bundeskartellamt/Bernd Lammel
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe – Teil des Bundeskartellamts – hat ihren Quartalsbericht veröffentlicht und behandelt dabei die Preistrends zum Jahreswechsel, THG-Quote & CO₂-Preis: Ausblick 2026 sowie die Tank-Bilanz 2025. „Für 2025 ist im Rückblick festzuhalten, dass es ein turbulentes Tank-Jahr war“, betont Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes.
2025: Ein turbulentes, aber insgesamt billiges Tank-Jahr
Zu Beginn des Jahres, am 1. Januar 2026, stiegen die Kraftstoffpreise deutlich an – im Schnitt um rund 9 Cent pro Liter. Hauptursachen sind die Erhöhung der CO₂-Abgabe von 55 auf bis zu 65 Euro pro Tonne sowie die Anhebung der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) von 10,6 auf 12,1 Prozent, die jeweils zum Jahreswechsel in Kraft traten. Im Großhandel verteuerte sich Kraftstoff um etwa 10 Cent pro Liter für Benzin und Diesel.
Der Rückblick auf 2025 zeigt trotz turbulenter Entwicklungen: Das Jahr war günstiger als 2024. Benzin (E5) kostete durchschnittlich 1,74 Euro pro Liter (6 Cent weniger), Diesel 1,61 Euro (4 Cent weniger). Der Rohölpreis lag bei 0,38 Euro pro Liter, rund 8 Cent günstiger als im Vorjahr. Im Marktgeschehen 2025 folgten die Tankstellenpreise überwiegend dem Rohölpreis.
Alles, was zwischen Bohrloch und Zapfhahn passiert
Allerdings beeinflussen auch andere Kosteneffekte den Kraftstoffpreis – alles, was zwischen Bohrloch und Zapfhahn passiert. Rohöl wird in Deutschland fast ausschließlich importiert und anschließend in inländischen Raffinerien weiterverarbeitet. Im Laufe des Jahres 2025 kam es wiederholt zu Erhöhungen und Senkungen des Rohölpreises, vorrangig durch geopolitische Ereignisse verursacht.
Ende März/Anfang April fiel der Rohölpreis beispielsweise aufgrund der US-Zollpolitik und der OPEC+-Ankündigung, zusätzliche Ölmengen zu fördern. Mitte Juni führte die Nahost-Eskalation zu einem Preissprung, der Ende Juni wieder spürbar sank. Diese Reaktionen entsprechen dem „Rockets and Feathers“-Effekt: Kostensenkungen führen zu langsam fallenden Preisen (wie Federn), Kostensteigerungen zu schnell steigenden (wie Raketen).
Da rund 30 Prozent des deutschen Diesels direkt importiert werden, reagieren Dieselpreise empfindlicher auf geopolitische Entwicklungen und entkoppeln sich häufiger vom Rohölpreis.
Preisänderungen und regionale Unterschiede
2025 wurden 335 Millionen Preisänderungen erfasst – durchschnittlich 22-mal täglich pro Tankstelle, bei einigen sogar 35-mal. Im Vergleich: 2014 lag der Durchschnitt bei nur 4-5 Preisänderungen täglich.
Regional war E5 in Berlin, Teilen Baden-Württembergs und Nordrhein-Westfalens am günstigsten, in Sachsen und Südost-Bayern am teuersten. An Autobahntankstellen betrug der Aufschlag durchschnittlich 45 Cent pro Liter bei E5 und 44 Cent bei Diesel. Die Empfehlung lautet: Autobahntankstellen meiden und Preisvergleichs-Apps nutzen.


