
Der „13. Internationale Motorenkongress“ fand am 24. und 25. Februar 2026 in Baden-Baden statt. Kongressdirektor Dr. Alexander Heintzel eröffnete die Veranstaltung mit dem Hinweis, Mobilität müsse als globales, mit Lieferketten vernetztes System gedacht werden. E-Mobilität sei zwar ein wichtiger Baustein der Zukunft, aber kein Allheilmittel.
Frank Sell, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats „Bosch“ im Bereich Mobility am Standort Feuerbach, vertritt rund 50.000 Mitarbeiter und warnte eindringlich: Die Transformation müsse ökonomisch und sozial sein. Der Stellenabbau in der Automobilindustrie sei massiv – allein „Bosch“ hat den Abbau von 22.000 Stellen angekündigt.
Dr. Benedikt Wolfers von „Posser Spieth Wolfers & Partners“ beleuchtete ebenso wie mit Tobias Block von der „eFuel Alliance“ den Tailpipe-Ansatz der EU-Regulierung. Das Automotive Package für 2035 lasse eine Kombination aus Stahl und Kraftstoffen nicht zu; die 90-Prozent-Marke sei nicht erreichbar. Von einem Ende des Verbrenner-Verbots könne keine Rede sein – im Gegenteil, es wächst der Druck. Immerhin sei der Prozess wieder geöffnet worden. Der italienische Konservative Massimiliano Salini, Mitglied im Europäischen Parlament, habe sich dabei in E-Fuel-Richtung positioniert. Für Gesprächsstoff sorgte auch, dass dem „Volkswagen“-Pool die schlechteste Bilanz attestiert wurde und in Summe fünf Milliarden Euro Strafzahlungen gedroht hätten.
Marktpotenzial erneuerbarer Kraftstoffe ausschöpfen
Einigkeit herrschte darüber, dass drei Prozent Fuel Credits zu wenig seien, um das Marktpotenzial erneuerbarer Kraftstoffe auszuschöpfen. Die Kommission mache nur kleine Rückschritte; BEV bleibe die Prämisse. Eine starke Allianz mit anderen Verbänden sowie konstruktive Mehrheiten mit Partnern wie Italien könnten schrittweise Verbesserungen für den europäischen Industriestandort erwirken.
Dr. Raphael Bucher vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation schilderte die Schweizer Perspektive: Der Verkehrssektor macht 38 Prozent des Energiebedarfs aus, das Land ist vollständig vom Ausland abhängig – sowohl bei Kraftstoffen als auch bei Fahrzeugen. Seit 2025 können E-Fuels im CO2-Act angerechnet werden, biogene Kraftstoffe sind hingegen nicht erfasst.
Der „13. Internationale Motorenkongress“ bewies, dass er als wichtige Plattform der Branche politische Neuerungen kritisch hinterfragt und zugleich technische Innovationen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität aktiv vorantreibt.

Foto: Lisa Levy




