
Jüngere Kaffeekunden trinken seltener Kaffee und bevorzugen andere Getränkeformen als ältere Konsumenten. Das zeigt eine Online-Befragung der DHBW Heilbronn und „International Coffee Consulting“ unter 254 Kaffeekonsumenten in Deutschland. Für Tankstellenbetreiber sind vor allem die Ergebnisse zu Konsumzeiten, Getränken zum Mitnehmen und konkurrierenden Koffeinangeboten interessant.
Kalter Kaffee und spätere Konsumzeiten
Die befragten Angehörigen der Generation Z trinken durchschnittlich 1,8 Tassen Kaffee pro Tag – rund 42 Prozent weniger als die älteren Befragten mit 3,1 Tassen. Während bei Älteren der morgendliche Kaffee zu Hause ein festes Ritual ist, verlagert sich der Konsum der Jüngeren stärker in die Mittags- und Nachmittagsstunden. Gekühlte Kaffeespezialitäten, Cold Brew und trinkfertige Kaffeegetränke gewinnen bei ihnen an Bedeutung. Auch gemeinsamer Kaffeekonsum außer Haus ist für die befragte Generation Z relevant.
Zugleich nehmen jüngere Konsumenten andere koffeinhaltige Getränke häufiger als Ersatz für Kaffee wahr. Die Untersuchung nennt insbesondere Cola und Energy-Drinks, daneben Matcha, Mate und funktionale Getränke. Kaffee steht damit nicht nur mit anderen Kaffeeprodukten im Wettbewerb.
Umsatz ist nicht gleich Absatzwachstum
Die Autoren beschreiben weitere Herausforderungen für die Kaffeeindustrie: Steigende Preise können den Umsatz erhöhen, obwohl die Absatzmengen stagnieren oder sinken. Auch häufige Preisaktionen können nach ihrer Einschätzung die Profitabilität schwächen. Sie empfehlen, wirtschaftlichen Erfolg stärker anhand zusätzlicher Wertschöpfung, Wiederkaufraten und Margen zu beurteilen. Ihr Ansatz setzt bei konkreten Konsumanlässen und Bedürfnissen statt allein bei bestehenden Produktkategorien an.


