
Foto: Bundeskartellamt / Bernd Lammel
Das Bundeskartellamt berichtet über die ersten Preisreaktionen auf die neue Energiesteuersenkung. Sein Quartalsbericht zeigt außerdem regionale Unterschiede bei den Kraftstoffpreisen und Entwicklungen bei der 12-Uhr-Regel.
Zum 1. Oktober 2026 wurden die Energiesteuersätze für Benzin und Diesel um jeweils 14,04 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich Mehrwertsteuer entspricht das 16,7 Cent je Liter; die Senkung soll bis Jahresende gelten. An den Tankstellen fielen die Preise um Mitternacht zunächst im Schnitt um etwa sieben bis acht Cent je Liter. Im Tagesdurchschnitt lagen E5, E10 und Diesel knapp 13 Cent je Liter unter den Werten vom 30. September. Das Bundeskartellamt will die Preisentwicklung weiter beobachten. Eine rechtliche Pflicht, die Steuersenkung vollständig weiterzugeben, besteht nicht.
Kraftstoffpreise unterscheiden sich regional
Im dritten Quartal 2026 kostete E5 durchschnittlich 2,227 Euro je Liter, E10 2,170 Euro und Diesel 2,234 Euro. Gegenüber dem zweiten Quartal waren das bei den Benzinsorten jeweils 18,2 Cent mehr, bei Diesel 21 Cent. Regional betrugen die Unterschiede bei E5 bis zu 11,9 Cent und bei Diesel bis zu 10,3 Cent je Liter. Im Westen trugen das Niedrigwasser des Rheins und höhere Transportkosten zu einem höheren Preisniveau bei als im Süden.
Abweichungen von der 12-Uhr-Regel rückläufig
Seit Anfang April dürfen die Preise für Benzin und Diesel nur einmal täglich um 12 Uhr erhöht werden. Die Markttransparenzstelle erfasst Abweichungen automatisiert und übermittelt sie verschlüsselt an die zuständigen Landesbehörden. Im September lag ihre Zahl 21,8 Prozent unter dem Aprilwert. Eine erfasste Abweichung ist nicht automatisch ein Verstoß; darüber entscheiden die Behörden im Einzelfall.
Ein zusätzlicher Spritpreisdeckel ist geplant. Wann er in Kraft treten und wie er ausgestaltet werden soll, ist laut Bundeskartellamt noch offen.


