
Foto: infoRoad GmbH / Clever Tanken
Die Kraftstoffpreise haben im September 2026 neue Höchstwerte erreicht: Super E10 kostete im Monatsdurchschnitt 2,2797 Euro pro Liter, Diesel sogar 2,4000 Euro pro Liter. Damit stiegen die Preise für Super E10 um 13 Cent und für Diesel um 17 Cent im Vergleich zum August. „Super E10 und Diesel waren im September so teuer wie in keinem Monat seit Beginn unserer systematischen Aufzeichnungen im September 2013“, erklärte Steffen Bock, Gründer und Geschäftsführer von „Clever Tanken“.
Die Preissteigerungen bedeuten eine erhebliche Mehrbelastung für Autofahrende. Vier Tankfüllungen mit jeweils 60 Litern Super E10 kosteten im September durchschnittlich 547,13 Euro – ein Anstieg von 31,42 Euro gegenüber dem Vormonat. Diesel war mit 576,00 Euro für vier Tankfüllungen sogar noch teurer, was einem Plus von 41,62 Euro entspricht. Im Jahresvergleich summieren sich diese Mehrkosten weiter: Autofahrer zahlten im September 2026 bis zu 196,18 Euro mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.
Geopolitische Spannungen als Preistreiber
Die Hauptursache für die Rekordpreise liegt in der angespannten geopolitischen Lage im Nahen Osten. Der Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus haben die Versorgungslage erheblich verschärft. Angriffe der Huthi-Miliz auf die Energieinfrastruktur Saudi-Arabiens sowie die zeitweise Stilllegung einer wichtigen saudischen Öl-Pipeline haben die Rohölpreise zusätzlich in die Höhe getrieben. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg zwischenzeitlich von 95 US-Dollar Anfang September auf 109 US-Dollar Mitte des Monats, bevor er gegen Monatsende auf 98 US-Dollar sank.
Diesel bleibt teurer als Benzin
Trotz des steuerlichen Vorteils von Diesel gegenüber Benzin bleibt Diesel auch im September teurer. Die Energiesteuer für Diesel liegt derzeit 18,41 Cent pro Liter unter der von Benzin, dennoch war Diesel im Monatsdurchschnitt rund 12,03 Cent teurer als Super E10. Im Vergleich zum Vormonat hat sich die Preisrelation um 4,25 Cent zulasten von Diesel verschoben.
Ausblick
Die aktuelle Preisentwicklung stellt die Branche vor wirtschaftliche und operative Herausforderungen. Steffen Bock fasst zusammen: „Der September hat erneut gezeigt, wie stark der Ölmarkt derzeit von geopolitischen Risiken geprägt ist. Nachrichten über mögliche Lieferausfälle haben die Notierungen teils kräftig nach oben getrieben. Umgekehrt haben bereits Signale für eine Entspannung der Versorgungslage oder diplomatische Fortschritte ausgereicht, um die Preise wieder deutlich sinken zu lassen.“


