
Die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten und die Auswirkungen der 12-Uhr-Regel setzen Tankstellen in Deutschland erheblich unter Druck. Die Huthi-Miliz blockiert strategische Handelsrouten wie die Meerenge Bab al-Mandab und hat bedeutende Infrastruktur wie die saudische Ost-West-Pipeline lahmgelegt.
Diese Angriffe führen zu einem weltweiten Anstieg der Ölpreise, der sich direkt auf die Spritkosten auswirkt, wie die „Tagesschau“ berichtet.
Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise in die Höhe
Die Huthi-Miliz, unterstützt durch den Iran und Russland, hat sich in strategisch wichtigen Regionen des Nahen Ostens festgesetzt. Sicherheitsexperte Nico Lange erläutert: „Die Huthi-Streitkräfte sind mit bis zu 200.000 Soldaten sehr wahrscheinlich größer als die gesamte Bundeswehr und verfügen über moderne Waffen wie ballistische Raketen und Antischiffsraketen“, so „Bild“. Die Blockade von Handelsrouten und Angriffe auf die saudische Ost-West-Pipeline treiben den Ölpreis weiter in die Höhe.
Für Tankstellenbetreiber in Deutschland bedeutet dies einen neuen Preisschub, der sich bereits an den Zapfsäulen bemerkbar macht. Prognosen gehen davon aus, dass die Preise für Diesel und Benzin bald die Marke von drei Euro pro Liter überschreiten könnten, so die „Tagesschau“ unter Berufung auf den TIV. Besonders Autobahn-Tankstellen sind von diesen Entwicklungen betroffen, da dort traditionell höhere Preise gelten.
Kritik an der 12-Uhr-Regel: Belastung für Alltag und Umsatz
Zusätzlich zu den geopolitischen Herausforderungen sorgt die 12-Uhr-Regel in Deutschland für Unmut bei Tankstellenbetreibern. Der „Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Fahrzeugwäsche“ (BTG) kritisiert, dass die Regelung, die Preisänderungen nur einmal täglich erlaubt, zu einem Anstieg der durchschnittlichen Kraftstoffpreise führt. Erfahrungen aus Österreich zeigen ähnliche Effekte.
Die Regelung beeinflusst auch den Alltag an Tankstellen: Zwischen 10 und 12 Uhr steigt die Kundennachfrage enorm, während das Mittagsgeschäft zwischen 12 und 14 Uhr deutlich einbricht. Dies betrifft nicht nur den Kraftstoffverkauf, sondern auch den Umsatz durch Snacks, Zeitschriften und Tabakwaren.
Der BTG schlägt vor, Preisänderungen auf Mitternacht zu verlegen. Dies würde Berufstätigen ermöglichen, nach Feierabend zu günstigeren Preisen zu tanken, und die technische Umsetzung vereinfachen, da nachts weniger Tankvorgänge stattfinden.
Forderungen nach politischen Maßnahmen zur Entlastung
Der BTG fordert darüber hinaus politische Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise. Zu den Vorschlägen zählen ein erneuter Tankrabatt, eine Kürzung der Mineralölsteuer oder Umsatzsteuer auf Kraftstoffe sowie die Rücknahme der CO₂-Steuer. In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche fordert der Verband „echte Maßnahmen“ zur Entlastung von Verbrauchern und Tankstellenbetreibern, so „Bild“.
Doppelter Druck durch Krise und Regulierungen
Die geopolitische Krise und die 12-Uhr-Regel belasten die Branche erheblich. Politische Unterstützung und innovative Ansätze sind notwendig, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen und die Zukunft der Branche zu sichern.


