
Die hohen Spritpreise belasten nach Angaben des „Bundesverbands Tankstellen und Gewerbliche Fahrzeugwäsche“ (BTG) Verbraucher und Tankstellenbetreiber gleichermaßen. Besonders Menschen, die für den Arbeitsweg auf ihr Auto angewiesen seien, müssten derzeit deutlich mehr fürs Tanken ausgeben.
Der Verband weist zugleich darauf hin, dass Tankstellenbetreiber und ihre Beschäftigten keinen Einfluss auf die Kraftstoffpreise hätten. Dennoch würden sie von manchen Kunden für die hohen Preise verantwortlich gemacht und teils unfreundlich behandelt. Die Betreiber verdienten nach Darstellung des BTG zudem nicht mehr, wenn die Kraftstoffpreise stiegen.
Ähnliche Entwicklung nach Einführung der 12-Uhr-Regel in Österreich nun auch in Deutschland
Kritik übt der BTG am Maßnahmenpaket der Bundesregierung, insbesondere an der sogenannten 12-Uhr-Regel. Eine vergleichbare Regelung in Österreich habe bereits gezeigt, dass sie letztlich zu weiter steigenden durchschnittlichen Kraftstoffpreisen führen könne. Nach Einschätzung des Verbands sei dies nun auch in Deutschland der Fall.
Zugleich habe die Regelung Auswirkungen auf den Alltag an den Tankstellen: Zwischen 10 und 12 Uhr seien diese stark frequentiert, während in der Zeit von 12 bis 14 Uhr deutlich weniger Kunden kämen. Dadurch entfalle für viele Betreiber auch ein Teil des üblichen Mittagsgeschäfts, etwa durch den Verkauf von Snacks, Zeitschriften oder Tabakwaren.
Der BTG schlägt deshalb vor, Preisumstellungen nicht mittags, sondern um Mitternacht vorzunehmen. Dann könnten Berufstätige nach Feierabend zu günstigeren Preisen tanken. Zudem seien in der Nacht weniger Tankvorgänge zu erwarten, sodass Preisänderungen technisch einfacher umgesetzt werden könnten. Während eines laufenden Tankvorgangs sei eine Preisänderung nach Angaben des Verbands nicht möglich.
Darüber hinaus fordert der BTG weitere politische Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise. Genannt werden unter anderem ein erneuter Tankrabatt, eine Aussetzung oder Kürzung der Mineralölsteuer sowie der Umsatzsteuer auf Kraftstoffe und insbesondere die Rücknahme der CO₂-Steuer.
Der Verband hat sich nach eigenen Angaben mit einem Schreiben an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche gewandt und fordert nun „echte Maßnahmen“ zur Entlastung von Verbrauchern und Tankstellenbetreibern.


