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Die „Denkfabrik Zukunft der Gastwelt“ sieht in den Plänen der Bundesregierung zur Abschaffung des Minijob-Status erhebliche Risiken für Dienstleistungsbranchen. Nach Einschätzung der Organisation würde eine entsprechende Reform weder den Arbeitsmarkt noch die Rentenversicherung nachhaltig stärken. Stattdessen drohten Personalengpässe in Gastronomie, Hotellerie, Catering, Handel, Pflege sowie im Event- und Messebereich.
Flexible Arbeit als Standortfaktor
Zum 31. März 2026 waren laut Mitteilung bundesweit rund 6,55 Millionen Menschen in gewerblichen Minijobs beschäftigt, darunter 873.000 Minijobber im Gastgewerbe.
„Minijobs sind also keine Randerscheinung des Arbeitsmarktes, sondern de facto ein entscheidender Stabilitätsfaktor für die Dienstleistungswirtschaft in Deutschland. Ohne sie können viele Bereiche auf absehbare Zeit ihren Aufgaben nicht mehr vernünftig nachkommen können“, sagt Dr. Marcel Klinge, Vorstandssprecher der „Denkfabrik Zukunft der Gastwelt“.
Aus Sicht der Organisation würden viele Beschäftigte geringfügige Arbeit nicht automatisch in sozialversicherungspflichtige Stellen umwandeln. Studierende, Rentner, Eltern oder Menschen mit Hauptberuf seien häufig auf flexible Beschäftigungsformen angewiesen. Fielen diese weg, verschwinde laut der „Denkfabrik Zukunft der Gastwelt“ nicht die Arbeit, sondern die Arbeitskraft.
Auch Ralf Gravelaar, Vorstandsmitglied der „Denkfabrik Zukunft der Gastwelt“ und Personaldirektor von „Areas Deutschland“, verweist auf praktische Folgen: „Gerade die Gastwelt, aber auch der Handel und die gesamte Dienstleistungswirtschaft leben personell von flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Veranstaltungen, Wochenenden oder Saisonspitzen lassen sich ohne Minijobs häufig nicht mehr organisieren. Wer dieses Instrument abschafft, riskiert weniger Service, kürzere Öffnungszeiten und am Ende den Verlust von Wertschöpfung in unseren Städten und Regionen. Diese negative Entwicklung werden alle zu spüren bekommen.“
Anreize statt Abschaffung
Die Organisation spricht sich für einen anderen politischen Ansatz aus. Statt Minijobs abzuschaffen, sollten Hemmnisse bei der Aufnahme zusätzlicher Arbeit abgebaut werden. Genannt wird unter anderem eine Reform der steuerlichen Behandlung von Zweitbeschäftigungen. Wer neben seinem Hauptberuf zusätzlich arbeite, werde über die Steuerklasse VI zunächst finanziell benachteiligt.
Nach Auffassung der „Denkfabrik Zukunft der Gastwelt“ sollten Minijobs insbesondere für Studierende, Schüler, Rentner, Eltern sowie Menschen mit Hauptbeschäftigung erhalten bleiben. Zugleich müsse der Übergang in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung attraktiver werden. Gravelaar fordert dafür steuerliche Entlastungen bei Zweitjobs, höhere Freibeträge und geringere Abgaben auf zusätzliche Arbeit.


