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Geopolitische Unsicherheiten, neue Energieträger und die Digitalisierung verändern das Tankstellengeschäft nachhaltig. Im Interview erläutert Juan-Carlos Quintero, Vertriebsleiter der „PWM GmbH & Co. KG“ aus Bergneustadt, welche Herausforderungen die Branche derzeit besonders beschäftigen und warum der Preismast künftig weit mehr sein wird als eine reine Preisanzeige. Das Interview erschien in tankstelle 05/2026.
Was sind aus Ihrer Sicht derzeit die größten Herausforderungen für die Tankstellenbranche?
Juan-Carlos Quintero: Aus meiner Sicht gehört die derzeit instabile politische Lage in vielen Ländern zu den größten Herausforderungen für die Branche. Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und unterschiedliche regulatorische Entwicklungen wirken sich sowohl auf die Versorgungssicherheit als auch auf Investitionsentscheidungen aus. Für Unternehmen der Mineralöl- und Tankstellenbranche bedeutet das, dass langfristige Planungen deutlich komplexer geworden sind und Investitionen häufig unter deutlich unsichereren Rahmenbedingungen getroffen werden müssen.
Gleichzeitig steht die Branche weiterhin vor großen Transformationsaufgaben – etwa durch neue Mobilitätsformen, alternative Energien und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Effizienz. Unternehmen müssen daher einerseits ihre bestehende Infrastruktur sichern und weiterentwickeln und gleichzeitig in neue Technologien und Konzepte investieren.
Welche Rolle spielt der Preismast in diesem Wandel?
Juan-Carlos Quintero: Die Digitalisierung im Markt der Preismasten schreitet derzeit mit großen Schritten voran. Besonders vor dem Hintergrund neuer Energieformen und sich schnell verändernder Märkte gewinnt der Preismast zunehmend an Bedeutung als Informations- und Kommunikationsmedium.
Gerade in Bereichen wie der E-Mobilität, in denen in Deutschland aktuell noch keine klare und einheitliche Richtung erkennbar ist, schaffen Preise am Mast Transparenz und Orientierung für die Kunden. Der Preismast bleibt damit ein zentraler Anlaufpunkt für Verbraucher, um sich schnell über aktuelle Energiepreise zu informieren.
Digitale Lösungen schaffen viele neue Möglichkeiten
Wie entwickeln Sie Ihr hybrides Preismast-Konzept weiter – insbesondere vor dem Hintergrund wachsender E-Mobilität, HVO100 und dynamischer Kraftstoffmärkte? Wird der Preismast zunehmend zur digitalen Kommunikationsplattform?
Juan-Carlos Quintero: Der Preismast entwickelt sich immer stärker über seine klassische Funktion hinaus. Ein moderner Preismast muss heute nicht mehr nur Preise anzeigen. Durch digitale Lösungen und Kooperationen entstehen viele neue Möglichkeiten: So kann beispielsweise eine direkte Anbindung an Software für dynamische Preisgestaltung erfolgen, wodurch Preise flexibel und marktgerecht gesteuert werden können.
Darüber hinaus wird der Preismast zunehmend zu einer digitalen Kommunikationsplattform. Über digitale Displays können zusätzlich Shopprodukte beworben oder Tagesangebote angezeigt werden. Dadurch lassen sich Kunden gezielt ansprechen und zusätzliche Impulse für den Shop-Umsatz setzen. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass der Preismast künftig nicht nur ein Preisinstrument, sondern ein wichtiger Bestandteil der digitalen Kundenkommunikation an der Tankstelle sein wird.
Auf der Fachmesse „Uniti expo“ in Stuttgart stellte PWM digitale Lösungen für Preis- und Werbekommunikation in den Mittelpunkt. Neben den bekannten Preismasten präsentierte das Unternehmen digital bespielbare Preisanzeigen für Regale, die bereits gemeinsam mit „Kuttenkeuler“ umgesetzt werden. So lassen sich Preise zentral steuern und in Echtzeit aktualisieren. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Displays für den Außenbereich. PWM bietet eine vernetzte Gesamtlösung, bei der Hard- und Software über Schnittstellen mit einander verbunden sind. Kasse, Forecourt, Zapfsäulen und digitale Werbeflächen können so zentral gesteuert und aufeinander abgestimmt werden. Das schafft mehr Flexibilität, reduziert den Pflegeaufwand und sorgt für konsistente Kundenansprache.


Text: Lisa Levy


