bft – Ladeinfrastruktur: Verband warnt vor staatlich finanzierter Konkurrenz zum Mittelstand

Daniel Kaddik
Foto: Simon Blackley/bft

Der „Bundesverband Freier Tankstellen“ („bft“) bewertet den geplanten Ausbau der Ladeinfrastruktur durch die Bundesregierung grundsätzlich positiv – knüpft sein Lob aber an eine klare Bedingung: Die Förderung muss wettbewerbsneutral und mittelstandsfreundlich gestaltet sein.

„Es ist gut, dass die Bundesregierung Geld in die Hand nimmt, um Ladeinfrastruktur schneller auszubauen. Problematisch wird es aber, wenn mit öffentlichen Mitteln neue Konkurrenz zu marktwirtschaftlich gewachsenen Strukturen geschaffen wird“, warnt Daniel Kaddik, Hauptgeschäftsführer des „bft“. „Wer Mobilität vor Ort stärken will, darf den Mittelstand nicht durch staatlich alimentierte Parallelstrukturen aus dem Markt drängen.“

Mittelstand investiert bereits – aus eigener Kraft

Zahlreiche mittelständische Tankstellenunternehmen engagieren sich schon heute beim Aufbau von Ladeinfrastruktur, alternativen Kraftstoffen sowie Shop- und Servicekonzepten – und das unter vollem unternehmerischem Risiko ohne staatliche Absicherung. Treten kommunal oder anderweitig geförderte Ladeangebote in direkten Wettbewerb zu diesen privat finanzierten Standorten, entsteht nach Ansicht des Verbandes eine Schieflage, die privatwirtschaftliche Investitionen entwertet.

Tankstellen als natürliche Ladestandorte

Der „bft“ sieht Tankstellen als ideale Ausgangspunkte für den Ladeinfrastrukturausbau: Sie verfügen über geeignete Standorte, Kundenfrequenz, Energiekompetenz und langjährige Erfahrung in der regionalen Mobilitätsversorgung. Dort lassen sich Ladeangebote wirtschaftlich tragfähig mit Service, Gastronomie und weiteren Mobilitätsleistungen verbinden – und vermeiden so Fehlinvestitionen an schlecht frequentierten Standorten.

Klare Forderungen an die Politik

Der Verband fordert von der Bundesregierung: diskriminierungsfreien Zugang zu Flächen, Förderinstrumente, die bestehende Tankstellenstandorte gleichberechtigt einbeziehen, sowie einen verlässlichen Rahmen für private Investitionen statt staatlich organisiertem Verdrängungswettbewerb.

„Wer Ladeinfrastruktur ausbauen will, sollte diese Strukturen nutzen und stärken, statt sie zu umgehen“, betont Kaddik. „Die Mobilitätswende gelingt nicht gegen den Mittelstand, sondern nur mit ihm.“

www.bft.de

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