
Tankstellen sind Snack-Spots. Wenig Platz und wechselndes Personal erfordern eine moderne Küchentechnik, die kompakt, intuitiv und zuverlässig ist – nur so bleibt die Qualität von Speisen konstant.
Dieser Beitrag „Technik vor Talent“ ist am 15. April 2026 in der Mai-Ausgabe des „tankstelle“-Magazins erschienen.
Tankstellen sind Verpflegungsstationen zu jeder Tageszeit – und die moderne Kundschaft hat hohe Erwartungen: „Gefragt sind Qualität, Abwechslung und kulinarische Vielfalt“, betont Sascha Stampfli, Leiter Verkauf und Marketing bei „Beer Grill“. Beengte Platzverhältnisse, eine hohe Fluktuation beim Personal und wenig Fachwissen lassen kaum Spielraum für aufwendige Zubereitung.
Erforderlich ist daher: die richtige Lösung für wenig Platz. „In Tankstellenbistros ist Flächenproduktivität einer der Schlüsselfaktoren“, weiß Stefan
Berchtold, Head of Sales Germany bei „Liebherr“. Betreiber müssten vollwertige Sortimente auf engstem Raum platzieren – „bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz und optimaler Sichtbarkeit“, betont Berchtold. Küchentechnik – wie die Tiefkühlmöbellinien „Cliff“ oder „Cove“ von „Liebherr“ – müsse daher speziell auf diese Anforderungen abgestimmt sein: Kompakte Abmessungen mit großem Nutzinhalt sorgen für maximale Flächenproduktivität. Dem chronischen Platzmangel will auch der „Atollspeed“ von „Wiesheu“ den Kampf ansagen: Die neueste Generation des etablierten Highspeed-Ofens soll im ersten Halbjahr 2026 vorgestellt werden. Achim Hermanns, Vertriebsleiter DACH bei „Wiesheu“, ist überzeugt: „Das kompakte Platzwunder ist gerade für Tankstellen die perfekte Lösung, weil es auf engstem Raum ein vollwertiges und attraktives Snackangebot ermöglicht, das sich schnell, einfach und ohne Fachpersonal umsetzen lässt.“
Konstante Ergebnisse
Tankstellenbistros sind oft von einem hektischen Arbeitsalltag und gleichzeitig häufig wechselndem Personal geprägt – umso wichtiger ist es deshalb, die technische Ausstattung so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten. Bedienfehler werden so minimiert und gleichzeitig eine „konstante Qualität ohne umfangreiche Schulungen gewährleistet“, weiß Achim Hermanns von „Wiesheu“. Vorprogrammierte Backprogramme und eine klare Kennzeichnung mithilfe von Symbolen sollen dafür sorgen, dass „auch kurzfristig eingesetzte Hilfskräfte gekühlte Snacks oder tiefgekühlte Produkte in Sekundenschnelle fehlerfrei servierfertig zubereiten können“, sagt Achim Hermanns. „Die Technik muss für ungelernte Mitarbeiter möglichst einfach zu bedienen und zu reinigen sein“, bestätigt auch Eric Busch, Konzeptberater bei „NordCap Team Solutions“. Bei Geräten von „NordCap“ können Programme und Einstellungen je nach Sortiment vorab festgelegt und in der Gerätesteuerung hinterlegt werden. „Dadurch müssen die Mitarbeiter das Gerät nur anschalten“, betont Eric Busch. Zusätzlich erleichtert eine einfache Entnahme der Teile die Reinigung – sind diese zudem spülmaschinenfest, lässt sich der Aufwand für die Mitarbeiter deutlich reduzieren.
Intelligente Technologien

Foto: „NordCap“
Die neue Generation 4.0 der Spültechnik bei „Colged“ verfolgt denselben Ansatz mittels moderner Touchdisplays: „Die Maschinen führen Anwender klar durch die Programme“, erklärt Andreas Bördlein, Vertriebsleiter und Gebietsverkaufsleiter Süd und Ost bei „Colged“. „Intelligente Funktionen“, betont er, „ermöglichen eine kontinuierlich hohe Spülqualität – unabhängig vom Spülaufkommen oder vom Verschmutzungsgrad.“ Im Mittelpunkt stünden bei „Colged“ laut Andreas Bördlein die Vernetzung und intelligente Steuerung der Geräte: Digitale Systeme ermöglichen es, Betriebsdaten, Verbrauchswerte und Wartungsintervalle zu erfassen und auszuwerten. Somit könnten Betreiber die Leistung ihrer Spültechnik verbessern, Prozesse optimieren und Serviceeinsätze gezielter planen.
Wichtig sei vor allem die Konnektivität, weiß Marcus Dech, Vertriebsleiter DACH bei „Eloma“. Mit der digitalen Lösung „ProConnect“ von „Eloma“ ließen sich Koch- und Reinigungsprozesse zentral planen, erstellen und verwalten. Die Software ist laut dem Vertriebsleiter standardoffen und werde „automatisch mit intelligenten Over-the-Air-Updates versorgt, ohne dass Anwender manuell eingreifen müssen“. Dies entlaste Bistroteams und senke gleichzeitig den Personal- sowie Ressourcenaufwand.
Self-Service-Konzepte
Digitale Technologien entzerren Stoßzeiten und vereinfachen Abläufe im Tankstellenshop. Stefan Berchtold, Head of Sales Germany bei „Liebherr“, erklärt: „Self-Service-Konzepte gewinnen zunehmend an Bedeutung.“ Laut Berchtold ermöglichen es diese den Kunden, Produkte schnell, intuitiv und ohne Wartezeiten entnehmen zu können. „Liebherr“ bietet daher intelligente Lösungen wie automatisierte Entnahmesysteme dank moderner Sensorik an. Außerdem arbeitet der Hersteller mit der Integration digitaler Bezahlsysteme, sodass entnommene Artikel sofort selbst bezahlt werden können.
Energiesparende Systeme

Foto: „Beer Grill“ / Philippe Jost
Nachhaltigkeit nimmt auch im Bereich der Küchentechnik eine wachsende Rolle ein. Kurze Lieferwege, faire Produktionsbedingungen und eine lange Gerätelebensdauer unterstützen dabei, Prozesse energie- und ressourcenschonend zu gestalten. Diesen Anspruch unterstreicht „Eloma“ laut Marcus Dech mit Garantiezeiten von bis zu fünf Jahren sowie dem „Multi-Öko-System“. Dieses arbeite neben energiesparender Wärmerückgewinnung mit der hybriden Zirkulationsreinigung „autoclean® PRO“, die den Verbrauch von Reinigungsmitteln reduzieren soll. „Optimierte Isolierkonzepte sorgen dabei für minimale Wärmeverluste und somit für nachhaltige und kosteneffiziente Zubereitungsprozesse im Tankstellenbistro“, erklärt Dech.
Auch „Beer Grill“ setzt mit dem „Energie-Spar-System ESS“ auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit in der Speisenausgabe. Die Software nutzt laut Sascha Stampfli, Leiter Verkauf und Marketing bei „Beer Grill“, die vorhandene Restwärme der Geräte optimal aus und führt automatisch nur dann Energie zu, wenn sie wirklich benötigt wird. „Dadurch lassen sich bis zu 40 Prozent Stromkosten einsparen – ohne Kompromisse bei der Produktqualität eingehen zu müssen“, betont Stampfli. Das System verspricht zudem eine optimale Präsentation sowie eine konstant hohe Temperatur.







Text: Tabea Schmelz


