Reemtsma – Schwarzmarkt für Nikotinprodukte wächst rasant

Foto: „Reemtsma“

Der illegale Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten in Deutschland erreicht neue Dimensionen – und verlagert sich zunehmend in neuartige Produktkategorien. Das zeigt eine Zwischenbilanz des „Reemtsma“-Schwarzmarkt-Trackers zum 30. April 2026, die anlässlich der am 12. Mai 2026 vorgestellten Zoll-Jahresbilanz 2025 veröffentlicht wurde.

Nikotinbeutel und Snus im Fokus

Besonders alarmierend: Behördliche Meldungen über Beschlagnahmungen von Nikotinbeuteln und Snus lagen nach nur vier Monaten des Jahres 2026 bereits rund 60 Prozent über dem Gesamtwert des Vorjahres. Auch illegale Zigarettenfunde bewegen sich weiterhin auf anhaltend hohem Niveau.

„Der illegale Handel mit Tabak- und Nikotinprodukten bleibt ein massives Problem – und er verlagert sich zunehmend in neue Produktkategorien. Wenn bei Nikotinbeuteln und Snus schon Anfang Mai mehr Sicherstellungen von illegalen Produkten vermeldet wurden als im gesamten Vorjahr, ist das ein klares Warnsignal“, sagt Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs Cluster DACH bei „Reemtsma“.

Steuererhöhungen und Verbote als Brandbeschleuniger

„Reemtsma“ warnt eindringlich vor politischen Maßnahmen, die den Schwarzmarkt zusätzlich befeuern könnten: Geplante Tabaksteuererhöhungen des Bundesfinanzministeriums sowie ein drohendes Mentholverbot für E-Zigaretten dürften Ausweichbewegungen in den illegalen Handel massiv verstärken. Erfahrungen aus Deutschland aus den Jahren 2002 bis 2005 sowie aktuelle Entwicklungen in Frankreich und den Niederlanden belegen, dass sprunghafte Steuererhöhungen legale Märkte destabilisieren und Steuermindereinnahmen auslösen können. Besonders kritisch: Eine mögliche Tabaksteuererhöhung bereits zum 01. September 2026 würde die gesamte Lieferkette vor enorme operative Herausforderungen stellen.

„Eine Tabaksteuererhöhung ist keine einfache Preisänderung am Regal. Sie löst eine vollständige Systemumstellung aus, die mindestens sechs bis neun Monate braucht. Wer das ignoriert, schafft sehenden Auges massive Compliance-Risiken im legalen Markt“, betont Cordes.

Klare Regeln statt Grauzone

„Reemtsma“ plädiert für eine konsequente Regulierung von Nikotinbeuteln, die bislang in einer rechtlichen Grauzone verharren.

„Jugend- und Verbraucherschutz und Steuerehrlichkeit entstehen nicht durch Wegsehen oder faktische Verbote, sondern durch kontrollierbare Regeln. Wer Nikotinbeutel dauerhaft in einer rechtlichen Grauzone hält, überlässt den Markt den Falschen“, so Cordes.

www.reemtsma.com

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