
Um die E-Mobilität nahtlos in den Tankstellenalltag zu integrieren, setzte man
beim Mittelständler „Mundorf“ auf die Zusammenarbeit mit dem Softwarelösungs-Anbieter „vaylens“ sowie das Kassensystem von „Huth“. E-Laden, Bezahlen und Preisgestaltung wurden so einfacher und kundenfreundlicher.
Dieser Beitrag „Volle Ladung Service“ ist in der Januar/Februar-Ausgabe des „tankstelle“-Magazins am 16. Januar 2026 erschienen.
Die Elektromobilität verändert nicht nur das Verkehrs- und Transportwesen, sondern auch die Welt der Tankstellen. Hinzu kommen neue Erwartungen von
Fahrern. Die „Mundorf Mineralölhandels GmbH“, ein Tankstellenbetreiber im Rhein-Sieg-Kreis, hat mit zwei Partnern eine Lösung realisiert, die das Laden von E-Fahrzeugen an Tankstellen so unkompliziert macht wie das Tanken von Benzin: „vaylens“, ein Anbieter von Softwarelösungen für das Laden von E-Fahrzeugen, und die Kassenexperten von „Huth Elektronik Systeme GmbH“. Durch die Zusammenarbeit können die Kunden alle gewohnten Zahlungsmethoden nutzen.
E-Ladepreise im Kassensystem
Der Tankstellenbetreiber kann die E-Ladepreise direkt im bestehenden Kassensystem festlegen. An den „Mundorf“-Tankstellen steht anders als bei anderen E-Ladepunkten ein Service-Mitarbeiter zur Verfügung. Der Softwarelösungs-Anbieter „vaylens“ ist spezialisiert darauf, Ladeprozesse zuverlässig und transparent abzubilden. „Huth“ ermöglicht mit seiner Kassentechnologie die Abwicklung von Stromladevorgängen analog zu Kraftstoffkäufen sowie Einkäufen im Shop. Das Konzept wird durch eine Pilotintegration bei „Mundorf“ für die Kunden umgesetzt.
Die Herausforderungen
Bisher brachte das Laden von E-Autos an Tankstellen sowie der damit einhergehende Bezahlvorgang verschiedene Herausforderungen mit sich. Komplexe Apps, fehlende Zahlungsmöglichkeiten oder Unsicherheiten bei Störungen erschwerten den Alltag. Das galt insbesondere für Personen, die Bargeld bevorzugen, oder Firmenkunden mit Flottenkarten. Die Betreiber standen vor der Aufgabe, das E-Laden in bestehende Systeme einzubinden, ohne sich in komplexe Abrechnungswelten einarbeiten zu müssen.
Integration über OCPP-Proxy

Foto: „Mundorf Mineralölhandels GmbH“
Mit der Integration von „vaylens“ in das Kassensystem von „Huth“ wird Stromladen zum Bestandteil des Tankstellen-Alltags und die Preisgestaltung vereinfacht. Die Integration wurde über einen OCPP-Proxy realisiert, was hohe Stabilität und Ausfallsicherheit bedeutet. Alle gängigen Zahlungsmittel, von Bargeld über Kreditkarten bis zu Flotten- oder Tankkarten, funktionieren direkt. Bei technischen Problemen können die Mitarbeiter vor Ort helfen, ohne dass Kunden an Hotlines verwiesen werden müssen. Kraftstoff, Laden und Shop laufen über ein zentrales System, inklusive einheitlicher Rechnungen für Firmenkunden. Christian Kast, Prokurist bei der „Mundorf Mineralölhandels GmbH“, betont: „Besonders unsere Stammkunden mit ‚Mundorf‘-Karte und ältere Personen profitieren enorm: Sie können wie gewohnt an der Kasse bezahlen, ohne zusätzliche Apps oder Karten nutzen zu müssen.“ Für Firmenkunden ist vorteilhaft, dass sie nur eine Gesamtrechnung für alle Firmenfahrzeuge erhalten – sowohl für Kraftstoff als auch E-Laden. Kast erläutert: „So erleichtert die neue Lösung Abläufe an Tankstellen sowohl für die Kunden als auch für den Betreiber und die Mitarbeiter.“
Service als Alleinstellungsmerkmal
An den „Mundorf“-Tankstellen gibt es einen Ansprechpartner für Hilfe beim Laden und Bezahlen. Kast führt aus: „Im gesamten Umfeld sind wir die einzige Ladeoption, an der ein Mitarbeiter weiterhelfen kann, wenn es etwa zu Fragen kommt oder ein Ladevorgang nicht direkt möglich sein sollte.“ Der Kassierer kann bei einem softwareseitigen Defekt der Ladesäule etwa durch einen Hardreset helfen und muss nicht an eine Hotline verweisen. Michael Opladen, Projektleiter erneuerbare Energien bei der „Huth Elektronik Systeme GmbH“, ergänzt: „Unsere Anbindung gewährleistet Barrierefreiheit auf höchstem Niveau. Kunden zahlen so, wie es für sie am einfachsten ist, und bekommen sofort Hilfe, wenn etwas nicht klappt.“
Pilotintegration als Blaupause

Foto: Hendrik Mauser / „vaylens“
Mit dieser Pilotintegration setzen die drei Unternehmen „Mundorf“, „vaylens“ und „Huth“ einen Standard, indem sämtliche Zahlungsmethoden für Kraftstoff, Strom und Einkäufe im Tankstellenshop in einem System kombiniert werden. E-Auto-Fahrer profitieren von einem Ladeerlebnis ohne Medienbrüche, während Tankstellenbetreiber in die Elektromobilität einsteigen können, ohne ihre bestehenden Systeme grundlegend umstellen zu müssen. Der Anteil von E-Autos wächst, während klassische Kraftstoffe langfristig an Bedeutung verlieren. Tankstellen können ihr Geschäftsmodell erweitern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Modell bei „Mundorf“ zeigt den Weg eines durchgängigen Systems, welches Kundenbedürfnisse adressiert und den Betreiber für die Zukunft positioniert.
Text: Lisa Levy, Phillip Nobis


