
Foto: Amadeus Bramsiepe / „KIT“
Ein Gründungsprojekt des „Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)“ entwickelt Photoreaktorpaneele, die grünen Wasserstoff direkt aus Sonnenlicht und Wasser erzeugen – ohne Elektrolyseure, ohne Stromverbrauch und ohne Netzanbindung. Vom 20. bis 24. April 2026 präsentiert sich „photreon“ auf der Hannover Messe am Stand des „KIT“ in Halle 11.
Photokatalyse statt Photovoltaik
Der technologische Kern des Ansatzes ist die Photokatalyse. Anders als bei der Photovoltaik wird Sonnenlicht dabei nicht zunächst in Strom umgewandelt, um anschließend einen Elektrolyseur zu betreiben. Stattdessen löst das Licht direkt eine chemische Reaktion aus: Speziell entwickelte, lichtaktive Materialien nehmen die Strahlungsenergie auf und treiben damit die Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff an.
„Photovoltaik und Elektrolyseur werden in einem Prozessschritt durch das Photoreaktorpaneel ersetzt“, erklärt Mitgründerin Maren Cordts vom Institut für Mikroverfahrenstechnik („IMVT“) des „KIT“. „Das senkt die Systemkosten und -komplexität bei der Produktion von grünem Wasserstoff erheblich.“
Modulares Design für Serienfertigung

Foto: Amadeus Bramsiepe / „KIT“
Das zugrundeliegende Paneel ist vom „KIT“ zum Patent angemeldet. Sein Design führt Sonnenlicht gezielt zum aktiven Material im Inneren, das dort die Wasserspaltung vollzieht. Mitgründer Paul Kant beschreibt den Entwicklungsstand: „Wir haben die Reaktorgeometrie so ausgelegt, dass Lichttransport, chemische Reaktion und Abtransport der Produkte optimal zusammenspielen und konnten so die Wasserstoffproduktion in unserem Ein-Quadratmeter-Prototyp zeigen.“ Die Paneele sollen durch gängige Massenproduktionsverfahren aus kostengünstigen Materialien herstellbar sein und sich modular zu größeren Flächen verschalten lassen.
Einsatz von der Fabrik bis zum Solarpark
Die Technologie richtet sich an Standorte, an denen Wasserstoff bislang zu teuer oder logistisch schwer verfügbar ist – etwa in der Spezialchemie, der Lebensmittelindustrie oder der Metallverarbeitung. Ebenso kommen großflächige Solarprojekte in sonnenreichen Regionen infrage.
„Gerade dort, wo weder Stromnetze noch eine Anbindung an ein Wasserstoffnetz vorhanden sind, eröffnet unsere Technologie neue Spielräume für die lokale Erzeugung“, sagt Cordts.


