
Foto: „Reemtsma“
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) plant, Menthol und zwölf weitere Kühl- und Aromastoffe in E-Zigaretten zu verbieten – mit Jugendschutz als zentralem Argument. Doch die Bevölkerung zweifelt an der Wirksamkeit dieses Vorhabens. Das zeigt ein aktueller „Insa“-Meinungstrend im Auftrag von „Reemtsma“, für den im März 2026 insgesamt 2.002 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt wurden.
Skepsis gegenüber Aromaverbot als Jugendschutzmaßnahme

Nur jeder fünfte Befragte (21 Prozent) hält ein Aromaverbot für besonders geeignet, um Jugendliche vor dem Konsum von E-Zigaretten oder Tabakprodukten zu schützen. Auch eine Erhöhung der Tabaksteuer überzeugt kaum: Lediglich 24 Prozent sehen darin ein wirksames Mittel. Deutlich höhere Wirksamkeit schreiben die Befragten hingegen strengeren Alterskontrollen im Handel (51 Prozent), mehr Aufklärung (36 Prozent) sowie einem Verbot von Social-Media-Werbung und höheren Strafen für den illegalen Handel (jeweils 34 Prozent) zu.
Drohender Kollateralschaden für Markt und Verbraucher

Nach Branchenschätzungen wären von einem Mentholverbot bis zu 90 Prozent aller derzeit im deutschen Markt erhältlichen E-Zigarettenprodukte betroffen. Da Produktumstellungen Monate dauern, käme der legale Markt faktisch zum Erliegen.
Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs Cluster DACH bei „Imperial Brands Reemtsma“, warnt: „Die Nachfrage wird dadurch jedoch kaum sinken, sondern sich noch stärker auf den Grau- und Schwarzmarkt verlagern. Die Folgen für den Verbraucher- und Jugendschutz, Fiskus und einen ganzen Wirtschaftszweig wären katastrophal.“ Rund die Hälfte der Befragten (49 Prozent) ist auch der Ansicht, dass wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Auswirkungen bei gesundheitsbezogenen Regulierungen berücksichtigt werden sollten.
Kritik an fehlendem parlamentarischem Prozess
Das BMLEH plant, das Inhaltsstoffverbot per Änderung der Tabakerzeugnisverordnung umzusetzen – ohne direkte parlamentarische Beteiligung und ohne mündliche Anhörung der betroffenen Branche.
Cordes kritisiert: „Wenn bei einem so massiven Markteingriff weder der Bundestag noch betroffene Hersteller und Händler einbezogen werden, darf man schon hinterfragen, welches Verständnis von Transparenz und Neutralität in der Politikgestaltung hier maßgeblich ist.“


