
Der Tabakhersteller „Reemtsma“ hat den am 2. April 2026 veröffentlichten Evaluierungsbericht der Europäischen Kommission zur Überarbeitung des EU-Rahmens zur Tabakkontrolle scharf kritisiert. Das Unternehmen schließt sich dabei der Kritik des „Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse e. V. (BVTE)“ vollumfänglich an.
Kommission sieht Regulierungsbedarf bei neuartigen Produkten
Der Bericht der EU-Kommission identifiziert Regulierungslücken vor allem bei neuartigen, potenziell risikooptimierten Produkten – darunter Nikotinbeutel, Aromen für E-Zigaretten, Einweg-E-Zigaretten sowie Online-Altersverifikationen. „Reemtsma“ betont zwar, dass Produktsicherheit, Compliance sowie Verbraucher- und Jugendschutz höchste Priorität genössen – lehnt jedoch pauschale EU-weite Verbote entschieden ab. Diese seien mit dem politischen Grundsatz einer besseren Rechtssetzung unvereinbar, der im vorgelegten Bericht nicht berücksichtigt sei.
Gezielte statt pauschaler Maßnahmen gefordert
Als konkretes Beispiel nennt „Reemtsma“ drohende Aromenverbote für E-Zigaretten. Anstelle von Pauschalverboten fordert das Unternehmen ein gezieltes Vorgehen gegen nachweislich jugendaffine Produkte – etwa Liquids mit Geschmacksrichtungen wie Süßigkeiten, Gebäck oder Energy Drinks sowie Verpackungen im Comic-Stil. Erwachsene Nutzerinnen und Nutzer hingegen benötigten geschmackliche Vielfalt, um dauerhaft von der klassischen Zigarette umzusteigen. „Reemtsma“ signalisiert grundsätzliche Offenheit gegenüber zielführenden und evidenzbasierten Maßnahmen, vermisst diesen Ansatz im Kommissionsbericht jedoch deutlich.


