5 Fragen an… Ralf-Peter Kals, Geschäftsführer, „Roatel GmbH“

Ralf-Peter Kals, Geschäftsführer, „Roatel GmbH“
Foto: Roatel GmbH

Wie eine schlafende Fläche zur planbaren Einnahmequelle wird – die „Roatel GmbH“ zeigt, wie Tankstellenbetreiber mit geringem Aufwand von der wachsenden Nachfrage nach verkehrsnahen Mikrohotels profitieren. Dieses Interview mit Geschäftsführer Ralf-Peter Kals erschien in „tankstelle“ 04 am 16. März 2026.

Herr Kals, ursprünglich richtete sich Roatel an Berufskraftfahrer, mittlerweile sind aber 80 Prozent Ihrer Gäste Privat- und Geschäftsreisende. Welche zusätzlichen Umsatzchancen ergeben sich dadurch für Tankstellenbetreiber – etwa durch höhere Shop- oder Gastronomie-Frequenz? Wie profitiert der Standortpartner über die Pacht hinaus?

Der hohe Anteil an Privat- und Geschäftsreisenden zeigt deutlich, wie groß der Bedarf an verkehrsnahen und digitalen Übernachtungsmöglichkeiten ist. Gleichzeitig entsteht zusätzliche Frequenz am Standort, auch außerhalb klassischer Lkw-Zeiten. „Roatel“-Gäste nutzen Shop, Gastronomie, Tank- oder Ladesäulen. Unsere Partner profitieren von einer klaren Standortaufwertung und längeren Verweildauern.

Welchen Flächenbedarf hat ein „Roatel“-Mikrohotel konkret, und welche infrastrukturellen Voraussetzungen müssen Tankstellenbetreiber erfüllen? Welche Anschlüsse – Strom, Wasser, Abwasser, Internet – sind notwendig, und lassen sich die Container auch auf vorhandenen Grünflächen errichten, ohne dass Parkplätze verloren gehen? Wie gestaltet sich das Genehmigungsverfahren in der Praxis?

Ein „Roatel“ benötigt inklusive Nebenflächen rund 60 Quadratmeter. Erforderlich sind Anschlüsse für Strom, Frischwasser und Abwasser. Idealerweise nutzen wir Grün- oder Randflächen, die wirtschaftlich bislang kaum genutzt werden. So entfallen keine Parkplätze. Die gezielte Aktivierung solcher Flächen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Standortkonzepts. Das Genehmigungsverfahren erfolgt als regulärer Bauantrag, den wir vollständig übernehmen.

Welche konkreten Einnahmen kann ein Tankstellenbetreiber mit einem „Roatel“-Mikrohotel erwarten? Wie hoch ist die durchschnittliche Auslastung an Ihren bestehenden Standorten, und wie setzt sich die monatliche Gutschrift aus fixem und umsatzabhängigem Anteil zusammen?

Die monatliche Gutschrift setzt sich aus einem fixen Anteil und einer umsatzabhängigen Komponente zusammen und wird transparent ausgewiesen. Die durchschnittliche Auslastung liegt je nach Standort und Saison, zwischen 50 und 70 Prozent. Damit entsteht eine planbare zusätzliche Einnahmequelle mit weiterem Potenzial bei guter Standortlage. Jeder Standort entwickelt sich individuell und ergänzt das bestehende Angebot sinnvoll.

Das Pachtmodell: überschaubarer Aufwand und kalkulierbar

Sie bieten ein Pachtmodell an, bei dem Tankstellenbetreiber die Container nicht kaufen müssen. Welche Kosten und welcher Aufwand kommen dennoch auf den Standortpartner zu – etwa für die Bereitstellung der Fläche oder die Anbindung an die vorhandene Infrastruktur? Wie schnell amortisiert sich eine solche Investition, und gibt es Unterstützung bei der Finanzierung oder Fördermitteln?

Unsere Standortpartner stellen ihre ungenutzten Flächen zur Verfügung und schaffen die erforderlichen Medienanschlüsse bis zum Übergabepunkt. Investitionen in Produktion, Genehmigungsverfahren, Container, Installation und operativen Betrieb übernimmt „Roatel“ vollständig. Für den Partner bleibt der Aufwand damit überschaubar und kalkulierbar. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus Auslastung und Preisniveau des jeweiligen Standorts. Öffentliche Fördermittel können wir derzeit nicht einbeziehen.

Wie ist die Aufgabenteilung zwischen Roatel und dem Tankstellenbetreiber konkret geregelt? Wer übernimmt Reinigung, Instandhaltung, Marketing und Gästekommunikation – und welcher zeitliche sowie personelle Aufwand bleibt beim Standortpartner? Wie werden Risiken wie Vandalismus oder technische Defekte gehandhabt?

Die Aufgabenteilung ist klar geregelt: „Roatel“ übernimmt Produktion, Genehmigungsprozess, Installation sowie den vollständigen operativen Betrieb inklusive Reinigung, Instandhaltung, Marketing und Gästekommunikation. Für den Standortpartner entsteht somit kein personeller Mehraufwand. Risiken wie Vandalismus liegen in unserer Verantwortung, hier können wir auf durchweg positive Erfahrungen aus bestehenden Standorten zurückblicken.

Text: Lisa Levy

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