BVTE – Jede fünfte Zigarette in Deutschland unversteuert

Jan Mücke, „BVTE“-Hauptgeschäftsführer
Foto: Christian Kruppa / „BVTE“

Der Anteil nicht versteuerter Zigaretten in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Wie der „Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)“ mitteilte, stieg der bundesweite Anteil von Packungen ohne deutsches Steuerzeichen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte auf 20,9 Prozent – den höchsten Wert seit über zehn Jahren. Für die Erhebung wurden 2025 insgesamt rund 161.000 entsorgte Zigarettenpackungen analysiert.

„Heute ist wieder jede fünfte Zigarette, die in Deutschland geraucht wird, nicht hier versteuert“, sagte „BVTE“-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke. „Diese Entwicklung ist ein deutliches Warnsignal an die Politik.“

Besonders ausgeprägt bleibt der Anteil unversteuerter Packungen in Ostdeutschland mit 41,6 Prozent, wenngleich der Anstieg dort mit 0,6 Prozentpunkten moderat ausfiel. In den alten Bundesländern hingegen kletterte der Wert um 1,2 Prozentpunkte auf nunmehr 15,7 Prozent.

Warnung vor Wiederholung historischer Fehler

Vor dem Hintergrund aktueller Forderungen aus der Regierungskoalition nach einer deutlichen Tabaksteuererhöhung warnt der „BVTE“ ausdrücklich vor einer Wiederholung früherer Fehler. Zwischen 2002 und 2005 hatte die rot-grüne Bundesregierung die Tabaksteuer fünfmal in kurzer Folge deutlich angehoben – mit gegenteiligem Effekt: Verbraucher wichen auf Grenzeinkäufe oder Schwarzmarktangebote aus, statt weniger zu rauchen. Der damalige Bundesfinanzminister Hans Eichel musste letztlich einen Einnahmerückgang verbuchen.

„Die Tabaksteuerpolitik der rot-grünen Bundesregierung ist das Lehrstück dafür, wie man gesundheitspolitisch ins Leere läuft und fiskalisch ins Minus“, so Mücke.

Der Schwarzmarkt wächst

Der „Schwarzmarkt-Tracker“ des „BVTE“-Mitgliedsunternehmens „Imperial Brands Reemtsma“ dokumentiert für 2025 eine besorgniserregende Dynamik im illegalen Handel. Der wachsende Schwarzmarkt entzieht sich staatlicher Kontrolle, missachtet Jugendschutzbestimmungen und untergräbt bestehende Regulierung.

„Überzogene Steuerpolitik ist der verlässlichste Wachstumstreiber für den illegalen Handel“, warnte Mücke. „Am Ende verlieren alle: der Staat, die Wirtschaft und auch der Verbraucher- und Jugendschutz.“

www.bvte.de

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