
Der neue „Anlagensicherheitsreport 2026″ des „TÜV-Verbands“ zeichnet ein ernüchterndes Bild: Bei fast jeder fünften Tankstelle in Deutschland haben die Prüforganisationen im vergangenen Jahr erhebliche Mängel festgestellt.
Konkret beanstandeten die Sachverständigen bei 18,8 Prozent der insgesamt 5.324 geprüften Tankstellen sicherheitskritische Defekte – darunter verschlissene Zapfschläuche, Risse in versiegelten Bodenflächen oder defekte Elektroleitungen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das zwar einem Rückgang um 2,2 Prozentpunkte, der Handlungsbedarf bleibt jedoch erheblich. Weitere 36,7 Prozent der Anlagen wiesen geringfügige Mängel auf, etwa fehlende Gerätekennzeichnungen oder lückenhafte Dokumentationen. Lediglich 44,5 Prozent der Tankstellen waren mängelfrei.
Fristen einhalten, Dokumentation sicherstellen
Für Betreiber gilt: Erhebliche Mängel müssen unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb eines Jahres behoben werden. Geringfügige Mängel müssen bis zur nächsten Überprüfung dokumentiert und beseitigt sein. Der Report betont zudem die wachsende Bedeutung der Cybersicherheit – auch für Tankstellenanlagen. Da immer mehr Systeme digital gesteuert werden, sind Betreiber gesetzlich verpflichtet, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen und nachzuweisen. Fehlt dieser Nachweis bei der Prüfung, resultiert daraus mindestens ein geringfügiger Mangel.
Reform der Betriebssicherheitsverordnung geplant
Der „TÜV“-Verband fordert zudem eine Vereinfachung der regulatorischen Vorgaben. Die bisherige Betriebssicherheitsverordnung soll in zwei separate Verordnungen aufgeteilt werden.
„Die Reform brächte eine spürbare Entlastung für Wirtschaft, Prüforganisationen und Behörden“, betonte „TÜV-Verbands“-Geschäftsführer Dr. Joachim Bühler.
Die neue Verordnung sei ausformuliert und mit allen Beteiligten abgestimmt – die Bundesregierung solle die Reform nun zügig umsetzen.


