
Die Branchenverbände „Bundesverband Freier Tankstellen“ (bft), „en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie“ sowie der „Zentralverband des Tankstellengewerbes“ (ZTG) warnen vor politischen Eingriffen in die Preisbildung an Tankstellen. Hintergrund ist die aktuell wieder intensiver geführte Debatte über mögliche staatliche Maßnahmen zur Begrenzung von Kraftstoffpreisen.
„Eine solche Maßnahme klingt verbraucherpolitisch sympathisch, ist aber ökonomisch kontraproduktiv und schadet am Ende allen Marktteilnehmern – auch den Autofahrern“, betonen die Vertreter der Branchenverbände.
Aus Sicht der Verbände wird derzeit eine stark emotional geführte Diskussion über Kraftstoffpreise geführt, bei der zentrale Mechanismen des Marktes häufig ausgeblendet würden. Die Preisbildung an Tankstellen folge marktwirtschaftlichen Prinzipien und reagiere auf Einkaufskosten, Wettbewerb und Nachfrage. Änderungen bei den Einkaufspreisen würden daher auch an der Zapfsäule weitergegeben – sowohl nach oben als auch nach unten. Gerade diese Dynamik ermögliche es Verbraucherinnen und Verbrauchern häufig, im Tagesverlauf günstigere Preise zu finden.
Preisänderungen in zahlreichen Apps sichtbar
Zudem verweisen die Verbände darauf, dass der deutsche Kraftstoffmarkt bereits zu den transparentesten in Europa zählt. Jede Preisänderung muss an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe gemeldet werden und ist innerhalb weniger Minuten über zahlreiche Apps für Verbraucher sichtbar.
Erfahrungen mit Eingriffen in den freien Markt zeigten laut den Verbänden zudem, dass Preise danach nicht zwangsläufig niedriger seien – sie schwankten lediglich weniger. Gleichzeitig könnten starre Preisregeln insbesondere mittelständische Tankstellenbetriebe treffen. Gerade diese reagierten häufig flexibel auf den lokalen Wettbewerb und trügen dazu bei, dass Preise vielerorts unter Druck bleiben. Einschränkungen bei der Preisgestaltung könnten daher den Wettbewerb schwächen statt stärken.
Statt zusätzlicher Regulierung sehen die Verbände den größten Hebel für niedrigere Kraftstoffpreise weiterhin bei der Politik selbst. Mehr als die Hälfte des Kraftstoffpreises entfällt auf Steuern und Abgaben. Wer Kraftstoffpreise dauerhaft senken wolle, müsse daher über staatliche Preisbestandteile sprechen – nicht über Eingriffe in den Wettbewerb.


