
Seit dem Beginn der militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran am 28. Februar 2026 steht der weltweite Ölmarkt massiv unter Druck. In Folge der Offensive der USA und Israels gegen iranische Ziele – auf die Teheran mit Gegenangriffen reagierte – kam es zu erheblichen Störungen in der Straße von Hormus. Diese gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie weltweit, rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passieren täglich die Meerenge. Durch die hohe Sicherheitslage und Angriffe auf Tanker ist der Schiffsverkehr dort stark beeinträchtigt.
Steigende Spritpreise: Warum der Ölmarkt reagiert
Es kam zur unmittelbaren Reaktion der Handelsmärkte: Der Ölpreis sprang innerhalb weniger Tage deutlich nach oben und überschritt zeitweise sogar die 100-US-Dollar-Marke pro Barrel (159 Liter). Noch kurz vor Beginn des Konflikts lag der Preis deutlich niedriger – Mitte und Ende Februar lag der Preis noch bei rund 70 US-Dollar je Barrel. Die Sorge vor Versorgungsengpässen und möglichen weiteren Störungen im Persischen Golf ließen die Preise weiter steigen.
Experten und Analysten verweisen darauf, dass insbesondere die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts die Märkte prägt. Aktuelle Markteinschätzungen zufolge sorgen Angriffe auf Tanker, der eingeschränkte Seeverkehr sowie Produktionsprobleme in der Region für zusätzliche Risiken im globalen Angebot. Extreme Preisspitzen könnten jedoch durch Maßnahmen der USA wie Marineeskorten begrenzt werden.
Verbraucher in Deutschland werden derzeit mit den Folgen der globalen Entwicklungen konfrontiert – steigende Kraftstoffpreise an Tankstellen sind das Ergebnis. Branchenvertreter betonen jedoch, dass die Ursachen nicht bei den Tankstellen selbst liegen. „Wenn sich Rohölpreise oder geopolitische Risiken auf den Weltmärkten verändern, steigen oder fallen auch die Einkaufspreise entsprechend“, betont Daniel Kaddik, Hauptgeschäftsführer des „Bundesverbands Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler e.V.“ („bft“).
Ebenso spielen auch andere Faktoren eine Rolle – der „bft“ betont daher: „Die Preisentwicklung an der Zapfsäule ist das Ergebnis internationaler Marktbewegungen, saisonaler Nachfrage, regulatorischer Kosten und steuerlicher Belastung – nicht das Resultat kurzfristiger Entscheidungen einzelner Tankstellenbetreiber.“
Aktuell deutet sich zudem eine gewisse Stabilisierung an den Märkten an. Zwar liegen die Ölpreise weiterhin deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn, doch der rapide Anstieg der ersten Tage hat sich zuletzt deutlich abgeschwächt. Einige Marktbeobachter sehen darin ein Zeichen, dass Händler die geopolitischen Risiken bereits eingepreist haben. Vor allem bleibt nun für die weitere Entwicklung entscheidend, ob sich die Lage rund um die Straße von Hormus entspannt und der Tankerverkehr wieder normalisiert.


