Clever Tanken – Super E10 im Februar so teuer wie seit 19 Monaten nicht

Städteranking der Spritkosten für Februar 2026.
Grafik: „infoRoad GmbH“ / „Clever Tanken

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind laut der Auswertung des Verbraucherinformationsdienstes „Clever Tanken“ im Februar erneut gestiegen. Hintergrund dafür waren besonders die höheren Rohölnotierungen, die vor allem durch Unsicherheiten an den Ölmärkten aufgrund von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verursacht wurden. Autofahrer werden daher mit gestiegenen Durchschnittspreisen für Benzin und Diesel konfrontiert. „Clever Tanken“ erwartet zudem für März noch deutlich höhere Preise, nachdem es vergangenes Wochenende zur Eskalation des Iran-Konflikts kam.

Die Auswertung von „Clever Tanken“ für den Monat Februar zeigt: Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Durchschnitt 1,7523 Euro und war damit zwei Cent teurer als im Januar (1,7310 Euro). Zuletzt wurde ein höherer Durchschnittspreis im Juli 2024 mit rund 1,7590 Euro pro Liter verzeichnet.

Ebenfalls teurer wurde der Kraftstoff Diesel: Der bundesweite Durchschnittspreis stieg auf 1,7177 Euro je Liter, also rund drei Cent mehr als im Januar (1,6878 Euro). Diesel war zuletzt im April 2024 teurer, mit einem Durchschnittspreis von 1,7318 Euro je Liter.

Steffen Bock, Geschäftsführer von „Clever Tanken“ erklärt: „Der erneute Anstieg der Kraftstoffpreise im Februar verwundert nicht, da sie doch maßgeblich von den Rohölpreisen beeinflusst werden.“

Preisspanne verringert sich erneut

Im Februar war Diesel im Bundesdurchschnitt nur noch knapp 3,46 Cent pro Liter günstiger als Super E10. Somit hat sich der Preisabstand zwischen den beiden Kraftstoffsorten – wie bereits im Januar – um etwa ein Cent verringert.

Laut dem Geschäftsführer Steffen Bock sei dies vor allem auf die saisonbedingt hohe Nachfrage nach Heizöl zurückzuführen – trotz des steuerlichen Vorteils von Diesel von rund 20 Cent je Liter. Diesel und Heizöl stellen nahezu identische Produkte dar, weshalb sich die erhöhte Heizölnachfrage im Winter regelmäßig auch auf den Dieselmarkt auswirkt.

Die günstigsten und teuersten Tanktage im Februar

Am Donnerstag, den 5. Februar, waren beide Kraftstoffsorten im Bundesdurchschnitt am billigsten. An diesem Tag kostete der Liter Super E10 rund 1,7270 Euro und der Liter Diesel rund 1,6950 Euro. Am 18. Februar verzeichnete Diesel denselben Preis. Am teuersten waren beide Kraftstoffsorten hingegen am Samstag, dem 28. Februar – also dem letzten Tag des Monats. Autofahrer zahlten an diesem Tag 1,7810 Euro pro Liter Super E10 und rund 1,7480 Euro je Liter Diesel.

Städteranking im Februar: Super E10 am günstigsten in Essen, am teuersten in Frankfurt

Essen belegte im Februar den ersten Platz in der Kategorie der günstigsten Super-E10-Tankstädte unter den 20 größten deutschen Städten. Im Monatsdurchschnitt kostete der Liter dort 1,7275 Euro. Auf Platz zwei lag Bochum (1,7283 Euro) und Bonn (1,7299 Euro).

Am teuersten war E10 im vergangenen Monat zum vierten Mal in Folge Frankfurt am Main mit 1,7781 Euro. Auf Platz zwei und drei folgten erneut Dresden (1,7747 Euro) und Hannover (1,7610 Euro). Hannover lag somit zum zehnten Mal in Folge unter den Top drei der teuersten Super-E10-Tankstädte.

Die günstigsten Diesel-Tankstädte waren im Februar Bochum (1,6908 Euro), Essen (1,6951 Euro) und – wie bereits im Januar – Bonn (1,6961 Euro). Bonn lag somit zum zehnten Mal in Folge unter den Top drei der günstigsten Diesel-Tankstädte.

Unter den teuersten Diesel-Tankstädten lag Leipzig erneut auf Platz eins mit 1,7675 Euro. Seit 15 Monaten zählt die Stadt nun, ohne Unterbrechung, zu den teuersten Dieselstandorten unter den 20 größten Städten Deutschlands, zwölfmal davon an der Spitze. Platz zwei und drei belegten im Februar erneut Dresden (1,7396 Euro) und Berlin (1,7309 Euro).

Gründe für die Entwicklung der Kraftstoffpreise

Die erhöhten Kraftstoffpreise sind vor allem auf die gestiegenen Rohölpreise zurückzuführen. Die für Deutschland wichtige Nordseesorte „Brent“ stieg seit Mitte Dezember 2025 von knapp 59 US-Dollar je Barrel (159 Liter) auf knapp 73,15 US-Dollar am Ende des Monats.

Gründe für die Preisaufschläge waren zum einen eine gestiegene geopolitische Risikobewertung, wobei besonders der Konflikt zwischen den USA und dem Iran das Marktgeschehen prägte. Zudem entstand zusätzliche Unsicherheit durch die ausbleibende Annäherung im Ukraine-Krieg. Da Russland als weltweit bedeutender Ölförderer gilt, hat jede politische oder militärische Eskalation direkte Auswirkungen auf die Angebotserwartungen am Weltmarkt. Weitere Ursachen für die erhöhten Preise im Februar waren temporäre Produktionsrückgänge in Kasachstan, dem Iran und Venezuela sowie robuste US-Konjunkturdaten, welche die Nachfrageerwartungen stärkten.

Ausblick: Nach der Eskalation im Nahen Osten werden kräftig steigende Preise erwartet

Steffen Bock zufolge dürfte der Öl- und entsprechend auch der Kraftstoffmarkt in den nächsten Wochen noch deutlicher schwanken als im Februar und Preise tendenziell weiter ansteigen. Besonders die jüngsten militärischen Eskalationen im Nahen Osten spielen hierbei eine Rolle: Nach den Luftangriffen der USA und Israels auf iranische Städte folgten iranische Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte in der Golfregion, gegen das israelische Militärhauptquartier und Standorte der Rüstungsindustrie in Tel Aviv – mitunter gerieten wichtige Ölhäfen ins Visier. Weiterhin kam es zu einer Sperrung der Straße von Hormus, über die mehr als 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls transportiert wird – Lieferungen wurden daher ausgesetzt oder über deutlich längere Routen umgeleitet.

Laut dem Geschäftsführer von „Clever Tanken“ wird der Kraftstoffmarkt in den kommenden Wochen noch volatiler – mit Tendenz zu steigenden Preisen. Auslöser sind die militärischen Eskalationen im Nahen Osten zwischen den USA, Israel und dem Iran. Besonders kritisch ist die Sperrung der Straße von Hormus, über die mehr als 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls transportiert werden. Mehrere Tanker-Eigner haben ihre Lieferungen bereits ausgesetzt.

„Brent“-Rohöl sprang nach Beginn der Angriffe um rund zehn Prozent auf etwa 80 US-Dollar je Barrel, am Montagmorgen kletterte der Preis weiter auf rund 82,37 US-Dollar. Die „Opec+“-Entscheidung, die Fördermenge ab April moderat um 206.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, dürfte eine mögliche Angebotslücke kaum schließen – das entspricht weniger als 0,2 Prozent der weltweiten Nachfrage. Solange die Versorgungssicherheit auf den zentralen Seewegen nicht gesichert ist, dominiert das geopolitische Risiko die Preisbildung.

www.clever-tanken.de

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