
Die „Charging Payment Study 2026″ von „Uscale“ untersucht erstmals umfassend das Bezahlverhalten von Elektroautofahrenden in Deutschland. Die repräsentative Studie wurde im November 2025 mit 1.510 E-Auto-Fahrern in Deutschland durchgeführt. Sie erforscht die Erwartungen der Nutzenden, beschreibt, welche Bezahlmethoden tatsächlich genutzt werden, weshalb Wunsch und Wirklichkeit der E-Auto-Fahrer auseinanderklaffen und welche Bezahlungsstrategien Betreiber nutzen sollten, um für Verbesserung zu sorgen.
Viele Bezahlmöglichkeiten – keine überzeugt
„Es mangelt nicht an Bezahloptionen, aber keine überzeugt“, sagt Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer der „Uscale GmbH“. „Für Anbieter ist das ein Problem. Unsere Daten zeigen nämlich, dass Payment ein wichtiger Faktor für die Wahl des Ladedienstes und den Hochlauf der E-Mobilität ist.“
Durchschnittlich nennen die Befragten der Studie zwei bis drei Methoden, die sie regelmäßig nutzen, greifen aber oft auf eine andere Bezahlmöglichkeit zurück als jene, die sie eigentlich bevorzugen. Idealerweise würden die meisten Teilnehmer am liebsten Plug and Charge nutzen (40 Prozent) oder direkt spontan bezahlen (29 Prozent). Hingegen werden diese Methoden nur von 49 Prozent beziehungsweise 55 Prozent zumindest gelegentlich genutzt. Umgekehrt verhält es sich bei Ladekarte und Lade-App: Diese werden nur von 13 Prozent bzw. 17 Prozent bevorzugt, jedoch von 70 Prozent bzw. 77 Prozent verwendet. Das gewünschte und das tatsächliche Bezahlverhalten stimmen häufig nicht überein.
Keine flächendeckende Verfügbarkeit aller Bezahlmethoden
Gründe dafür seien die fehlende flächendeckende Verfügbarkeit der jeweiligen Bezahlmethoden wie Plug and Charge oder Autocharge. Auch DC-Ladesäulen (Direct Current = Gleichstrom) fehlt hier oftmals das Angebot. An Ladesäulen, wo dies verfügbar ist, fallen oft hohe Roamingaufschläge an – vorausgesetzt, es besteht kein Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter, was häufig der Fall ist, da in den meisten Fahrzeugen nur ein Vertrag hinterlegt werden kann.
Das Direkt-Bezahlen (Ad-hoc) – die Nummer zwei der Präferenzliste – steht nicht an allen Ladesäulen zur Verfügung, und wenn doch, wird der Bezahlvorgang häufig als umständlich und wenig intuitiv wahrgenommen.
Abschließend hält die Studie fest, dass keine der etablierten Bezahlmethoden die Erwartungen von Nutzern vollständig erfüllt – jede Methode bringt Vor- und Nachteile mit sich. Jedoch existiert keine Lösung, die alle Grundbedürfnisse wie Einfachheit, Kostenkontrolle, Transparenz oder Komfort gleichermaßen erfüllt. Viele Nutzer betonen deshalb einen erheblichen Verbesserungsbedarf.
Dr. Axel Sprenger: „Solange Bezahlen beim Laden so unbefriedigend bleibt, frustriert das nicht nur die vier Prozent aktuellen EV-Fahrenden. Der sogenannte Ladedschungel hält auch viele Interessierte im nächsten Segment vom Umstieg auf ein E-Auto ab.“


