Horváth – Studie: „Strategieentwicklung von Energieversorgern 2026“

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Laut der aktuellen „Horváth“-Studie „Strategieentwicklung von Energieversorgern 2026“ rechnet jeder zweite deutsche Energieversorger bis 2028 mit spürbaren Ergebniseinbußen. Die gestern in Berlin vorgestellte Studie zeigt einen deutlichen Stimmungswechsel in der Branche: Während die Energiewende weiterhin als überwiegend positiv bewertet wird, werden ihre wirtschaftlichen Konsequenzen kritischer eingeschätzt als in den Vorjahren. Für die Studie befragte „Horváth“ über 90 Vorstands- und Führungskräfte deutscher Energieversorger verschiedener Größenordnungen.

„Erstmals überwiegen in unserer seit 2010 erhobenen Studie in der Branche die negativen Ergebniserwartungen: Rund die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet bis 2028 mit spürbaren Ergebniseinbußen“, so Matthias Deeg, Studienleiter und Partner bei der Managementberatung „Horváth“.

Steigende Investitionen und rückläufige Erträge

Diese Entwicklung markiert einen Stimmungswechsel. Treiber hierfür sind vor allem steigende Investitionen in Strom- und Wärmenetze bei gleichzeitig rückläufigen Erträgen aus etablierten Geschäftsmodellen im Strom- und Gasvertrieb. Hinzu kommen ein zunehmender regulatorischer Druck und Unsicherheiten bei Finanzierungsfragen. Besonders herausfordernd ist der notwendige Ausbau von Strom- und Wärmenetzen, bei dem viele Betreiber personell an ihre Grenzen stoßen.

Die Studie identifiziert klare Unterschiede zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Energieversorgern. Gewinner der Transformation steuern ihre Investitionen übergreifend, priorisieren konsequent und setzen verstärkt auf digitale und KI-gestützte Prozesse. Zudem bauen sie schneller neue Fähigkeiten auf und verankern diese in passenden Organisations- und Entscheidungsstrukturen.

Mit Blick auf künftige Erträge zeigt sich eine Verschiebung der Margenpotenziale: Wachstum wird weniger im klassischen Commodity-Geschäft – also dem klassischen Handel mit Strom und Gas – erwartet, sondern vor allem in den Bereichen Flexibilität, Wärme und Handel. Das Gasgeschäft verliert perspektivisch an Bedeutung – mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet damit, Teile ihrer Gasnetze künftig zurückzubauen.

www.horvath-partners.com

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