
Der „Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (bft)“ warnt vor einer drastischen Zunahme der Gewalt bei Tankstellenüberfällen. Auslöser sind zwei Überfälle in Bremen, bei denen Mitarbeitende bedroht und sogar entführt wurden. Eine der betroffenen Stationen ist Mitglied des „bft“.
Überfälle auf 40 Prozent der „bft“-Mitgliedsunternehmen
Eine aktuelle Mitgliederumfrage des Verbandes zeigt alarmierende Entwicklungen: Rund 40 Prozent der „bft“-Mitgliedsunternehmen wurden in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Einbrüchen oder Überfällen. Besonders besorgniserregend ist die zunehmende Brutalität der Taten. Bei Raubüberfällen während der Öffnungszeiten kommen häufig Schusswaffen oder täuschend echte Waffenimitationen zum Einsatz. Regionale Schwerpunkte der Übergriffe liegen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern.
„bft“-Hauptgeschäftsführer Daniel Kaddik erklärt: „Wir stellen eine neue Qualität der Gewalt fest – wie aktuell in Bremen, wo Mitarbeitende entführt und massiv bedroht wurden, und das bereits für Beutebeträge im niedrigen dreistelligen Bereich.“
Kaddik fordert daher ein entschlossenes Vorgehen der Politik mit mehr Polizeipräsenz und spürbar höheren Strafen für die Täter. Der Verband betont, dass viele Mitgliedstankstellen bereits erheblich in Sicherheitsmaßnahmen investieren, darunter Videoüberwachung, bessere Beleuchtung und Personalschulungen. Dennoch stoßen die Unternehmen an ihre Grenzen – die psychische Belastung der Mitarbeitenden nach Überfällen ist enorm und führt häufig zu langfristiger Arbeitsunfähigkeit. Der „bft“ macht deutlich, dass Sicherheit nicht allein die Aufgabe der Betriebe sein darf und fordert den Staat zur Übernahme seiner Verantwortung auf.


