Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland soll weiter ausgebaut werden

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (li) und Nikolas Iwan, Geschäftsführer der H2 Mobility unterzeichnen die Absichtserklärung.

Am 5. November 2019 haben Andreas Scheuer, Minister des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und Nikolas Iwan, Geschäftsführer der H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG eine Absichtserklärung zum weiteren Ausbau der Wasserstoff (H2)-Infrastruktur unterzeichnet.

Demnach könnten in Deutschland Ende 2021 mehr als 60.000 Brennstoffzellen-Pkw und 500 Nutzfahrzeuge auftanken.

Mitte 2020 wird die erste Phase des Ausbaus der Wasserstoff-Infrastruktur abgeschlossen sein. Dann verfügt Deutschland mit 100 Stationen in sieben Regionen (Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart und München) sowie an den verbindenden Achsen über eine öffentliche Wasserstoff-Infrastruktur, die Wasserstoff-Mobilität nahezu ohne Einschränkungen möglich macht.

Mit der Absichtserklärung soll nun das H2-Tankstellennetz bis Ende 2021 um bis zu dreißig Stationen wachsen. Die neuen H2-Stationen werden größer konzipiert: Reicht die Kapazität an den meisten H2-Stationen heute für die Betankung von 40 bis 50 Pkw pro Tag, können zukünftig etwa dreimal so viele Fahrzeuge an einer Station versorgt werden. Damit bereitet sich H2 MOBILITY nicht nur auf den Markthochlauf der H2-Pkw vor, sondern ermöglicht auch, an ausgewählten Standorten leichte und schwere Nutzfahrzeuge zu bedienen. Hier haben die ersten Hersteller wie Hyundai und Toyota, aber auch die deutschen Unternehmen StreetScooter und Faun für die kommenden Jahre Wasserstoff- Modelle angekündigt. Im Wasserstoff-Pkw-Bereich wird Toyota ab 2020 die Produktion verzehnfachen, Hyundai hat einen ähnlich großen Skalierungsschritt angekündigt. Die Standorte der neuen Wasserstoff-Stationen werden in den Regionen mit der größten H2-Nachfrage errichtet.

Mobil mit Wasserstoff
Die Bundesregierung unterstützt die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bereits seit 2007 mit dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP). Gefördert werden unter anderem H2-Tankstellen, die in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt vor allem durch die H2 MOBILITY Deutschland und ihre Gesellschafter Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und TOTAL errichtet und betrieben werden. Aufgrund der gemeinsamen Anstrengung der Bundesregierung und der H2 MOBILITY kann man bereits heute in Deutschland an 76 öffentlichen Wasserstoff-Stationen Brennstoffzellen-Pkw in drei bis fünf Minuten für Reichweiten von 500 bis 700 km betanken.

Die Wasserstoff-Stationen werden in der Regel in bestehende Stationen integriert. Die Konstruktion ist kompakt und setzt überwiegend auf standardisierte Komponenten für die Zapfsäulen, die Lagerung des H2 und die Kompression. Die Bedienung einer Wasserstoff-Tanksäule ist intuitiv; das Betanken ähnelt dem konventioneller Fahrzeuge.